Weder Helden noch Märtyrer

Die Graphic Novel »Überlebt!« erzählt den Militärputsch in Chile aus der Perspektive der radikalen Linken

  • Von Jonas Engelmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Ich weiß, dass unsere Toten nicht tot sind, solange wir leben«, geht Carmen Castillo im letzten Panel von »Überlebt!« durch den Kopf, während sie von ihrem Balkon aus über das friedliche Paris der Gegenwart blickt. Sie ist gerade aus Santiago de Chile zurückgekehrt, wo sie sich selbst mit ihrer Vergangenheit konfrontiert hat, mit ihrem Leben im Untergrund als Teil der MIR (Movimiento de Izquierda Revolucionaria/Bewegung der revolutionären Linken) zur Zeit von Pinochets Militär-Junta, mit dem Schicksal ihrer gefolterten und ermordeten Genossen und vor allem ihres Lebensgefährten Miguel Enríquez, der am 5. Oktober 1974, ein Jahr nach dem Militärputsch, in seinem Versteck aufgestöbert und erschossen wurde.

Auf den Erinnerungen von Carmen Castillo, heute Dokumentarfilmerin in Paris, basiert die Graphic Novel »Überlebt!« der Franzosen Loïc Locatelli Kournwsky und Maximilien Le Roy, die an den Militärputsch aus der Perspektive der radi...


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