Orwell und Huxley im Marx-Lesekreis

In seinem Roman »Schule der Arbeitslosen« von 2006 schildert Joachim Zelter ein Horrorszenario des Jahres 2016

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Mit den Todesanzeigen fängt es an: Sie sind der Schlüssel zum Erfolg. Also klatscht Trainer Ansgar Fest seinen Schülern einen Stapel Zeitungen aufs Pult und befiehlt: »Suchen Sie sämtliche Tote, die nach 1970 geboren wurden! Besser noch nach 1975. Suchen Sie!« Und wie sie suchen. Sie suchen nach Hinweisen auf Geburtsdaten und nach Berufsbezeichnungen. Sie suchen nach Angehörigen und nach deren Telefonnummern. Sie rufen an und kondolieren. Sie fragen nach den Arbeitgebern der Toten und bewerben sich initiativ. Jederzeit könnten sie einspringen. Jederzeit, also: sofort. Schließlich sind sie langzeitarbeitslos.

Hier im »Sphericon« will man ihnen Beine machen. Per Bus verfrachtet die Bundesagentur für Arbeit die als »besonders schwer vermittelbar« eingestuften Fälle in eine stillgelegte Fabrik inmitten eines niedergegangenen Industriegebiets. Natürlich ist die Teilnahme freiwillig. Wer aber nicht spurt, muss mit Lebensmittelgutscheine...

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