Eingelullte Geberländer

Welt-Aids-Konferenz: Erfolge sind trügerisch, Infektionszahlen steigen teils wieder

  • Von Anne Gonschorek, Kapstadt
  • Lesedauer: 3 Min.

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Afrika befürchtet ein Wiederaufleben des Aids-Virus. Während internationale Gelder für Recherche und Behandlung zurückgehen, verbreitet sich das Virus in einigen Ländern wieder schneller.

Pünktlich zum Beginn der 21. Internationalen Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem gefährlichen Wendepunkt: »Der enorme Fortschritt mit HIV, besonders bei der Behandlung, ist eine der großen Erfolgsgeschichten im Gesundheitswesen dieses Jahrhunderts«, sagt Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, in einer Stellungnahme. Dennoch sei dies nicht die Zeit, um selbstgefällig zu werden: »Wenn wir das Ziel erreichen wollen, Aids bis 2030 zu beenden, müssen wir die Bemühungen schnellstens ausbauen und verstärken.«

Vor 16 Jahren rüttelte die Konferenz die Welt zum ersten Mal wach, als sie ein brennendes Problem ins Rampenlicht stellte: Tausende von Afrikanern starben an Aids, weil sie keinen Zugang zu den lebensrettenden Medikamenten hatten. In dieser Woche versammeln sich Aktivisten und Wissenschaftler aus aller Welt erneut in Südafrika, um sich über die Erfolge und Herausforderungen im Kampf gegen das HI-Virus auszutauschen.

Obwohl inzwischen 17 Millionen Erkrankte die notwendigen Behandlungen erhalten, leben laut UNAIDS, dem HIV-Programm der Vereinten Nationen, weltweit insgesamt 36,7 Millionen Menschen mit dem Virus. Das heißt, dass noch immer weniger als die Hälfte aller Infizierten Zugang zu den nötigen Medikamenten haben. Obwohl die Mutter-Kind-Übertragungen von HIV weltweit um 70 Prozent verringert werden konnten, sterben noch immer alarmierend viele Jugendliche an dem Virus. »Nachdem wir all diese Leben dank der Vorbeugung, Behandlung und Betreuung retten und verbessern konnten, ist Aids weltweit noch immer die zweithäufigste Todesursache für die Altersgruppe zwischen 10 und 19 und die häufigste in Afrika«, sagt Anthony Lake, Direktor des UN-Kinderhilfswerks UNICEF.

Dabei soll laut einem Vorschlag der Weltgesundheitsorganisation jeder, der HIV-positiv getestet wird, so schnell wie möglich mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden. Dies hilft nämlich nicht nur der Gesundheit der Infizierten, sondern hält sie auch davon ab, andere anzustecken. Mit der richtigen Medikamentendosis ist eine Übertragung praktisch ausgeschlossen. Doch die Anzahl der Neuinfizierten hörte vor einiger Zeit auf, weiter zu sinken, und stieg in manchen Ländern sogar wieder an. Knappe zwei Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr. »Wir schlagen Alarm«, sagt Michel Sidibé, der leitende Direktor von UNAIDS. »Wenn die HIV-Infektionen jetzt wieder steigen, wird die Epidemie unmöglich zu kontrollieren sein«, warnt er. »Die Welt muss dringend und sofort die Vorsorgelücke schließen.«

Tatsächlich scheint der durchaus beeindruckende Fortschritt der vergangenen Jahre die internationale Gemeinschaft eingelullt zu haben. Sowohl in der Behandlung als auch der Forschung sinkt die finanzielle Unterstützung. In einem aktuellen Bericht der Kaiser Family Foundation heißt es, dass Geberregierungen im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit fünf Jahren weniger gezahlt hätten. Die Hilfen sanken von 8,6 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) im Jahr 2014 auf 7,5 Milliarden Dollar. Währenddessen wird es aber immer teurer, die erkrankten Menschen am Leben zu erhalten. Denn laut WHO entwickelt das Virus eine Resistenz gegen die verfügbaren antiretroviralen Präparate.

HIV-Wissenschaftler glauben, dass eine potenzielle Kur für das Virus - generell meint dies eher ein konstantes Nachlassen der Symptome als eine Ausmerzung der Krankheit - in absehbarer Zeit gefunden werden könnte. Diese Woche wird die Konferenz, die alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindet, aber über andere Themen sprechen: den notwendigen besseren Zugang zu Medikamenten, das bessere Erreichen bestimmter Gruppen und das Ziel, Aids bis 2030 endgültig zu stoppen.

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