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Labour: Angela Eagle zieht Kandidatur zurück

Owen Smith nun alleiniger Herausforderer von Jeremy Corbyn / Umfrage: Parteichef bei der Basis mit großem Abstand vorn

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Berlin. Die frühere Gewerkschafterin Angela Eagle hat überraschend das Rennen um den Vorsitz der oppositionellen Labour-Partei in Großbritannien aufgegeben. Sie ziehe ihre Bewerbung zurück und unterstütze nun den Kandidaten Owen Smith, erklärte Eagle in London. In einer aktuellen Umfrage unter Labour-Mitgliedern lag Jeremy Corbyn aber weiter deutlich vorn - ihn unterstützen laut dem Institut YouGov 54 Prozent, Smith erhielt lediglich 15 Prozent. Eagle, die noch auf dem Umfragezettel stand, hätten demnach 21 Prozent der Labour-Mitglieder als Parteichefin gewählt.

Die 55-jährige Eagle hatte vor einer Woche als erste verkündet, dass sie Corbyn den Parteivorsitz streitig machen wolle. Zwei Tage später hatte dann auch Smith seine Kandidatur bekanntgegeben. Der 46-Jährige hatte im Schattenkabinett Corbyns den Posten des Arbeits- und Rentenministers inne, bevor er Ende Juni im Streit um Corbyns Haltung zum EU-Referendum zurücktrat.

Um in einer Kampfabstimmung gegen Corbyn antreten zu können, waren Eagle und Smith auf Unterstützer in den Labour-Fraktionen im britischen und im EU-Parlament angewiesen. Smith war dabei erfolgreicher als Eagle, weshalb sie ihre Kandidatur nun zurückzog. »Ich gebe heute Abend bekannt, dass ich mich aus dem Rennen zurückziehe«, sagte Eagle im Parlament. Sie werde nun mit ihrer »ganzen Begeisterung und Macht« Smiths Kandidatur unterstützen.

In der Partei läuft seit dem Brexit-Referendum eine schwere Auseinandersetzung um die Führung. Corbyn ist unter Druck, ihm wird vorgeworfen, nicht das nötige Gewicht für eine Spitzenrolle auf die politische Waage zu bringen, vor allem bei möglichen Neuwahlen. Auch wird ihm seine Haltung zur EU vorgeworfen - er hat die real existierende Union kritisiert, aber dennoch für einen Verbleib Großbritanniens geworben. Gerade in Labour-Hochburgen hatten dann aber viele für den Brexit gestimmt. Unmittelbar nach dem Referendum startete dann ein innerparteilicher Aufstand gegen den im vergangenen September von der Basis mit großer Mehrheit zum Parteichef gewählten linken Abgeordneten Corbyn. Auf dem linken Flügel ist auch von einer Art Putsch die Rede, in dem es um den Kurs der Partei geht. Bei einer Vertrauensabstimmung in der Fraktion hatten Ende Juni drei Viertel der Labour-Abgeordneten gegen Corbyn gestimmt. Vor einer Woche hatte das Exekutivkomitee der Labour-Partei entschieden, dass Corbyn als amtierender Parteivorsitzender im Falle einer Kampfabstimmung automatisch Kandidat ist und nicht wie die anderen Bewerber die Unterstützung von 51 Abgeordneten gewinnen muss.

Die Labour-Partei müsse »stark und vereint« sein, um gute Oppositionsarbeit machen zu können, gegen die konservative Regierung zu kämpfen und das gespaltene Land zu »heilen«, sagte Eagle nun zu ihrem Rückzieher. Die Abgeordnete sitzt seit 1992 im Unterhaus. In ihrem jetzigen Zustand könne die Partei all das nicht leisten. »Wir haben einen Parteichef, der nicht das Vertrauen seiner Abgeordneten hat und das Land nicht erreicht«, kritisierte die ehemalige Staatssekretärin. Die letztendliche Entscheidung über den Parteivorsitz trifft die Parteibasis per Brief- oder Onlinewahl. Agenturen/nd

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