Fragwürdige Kohlegeschäfte

Die Ukraine braucht tonnenweise Kohle. Die holt sich das Land offenbar auch aus den Separatistengebieten

  • Von Denis Trubetskoy, Kiew
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das Kohlegeschäft mit den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk macht Schlagzeilen. Ukraines Energieminister Ihor Nassalyk und das Staatsunternehmen Zentrenergo stehen unter Druck.

Kann es sein, dass der ukrainische Energieminister im umkämpften Donezk mit einem Minister der selbst ernannten Volksrepublik Donezk über Kohlegeschäfte spricht? Angesichts der aktuellen Lage in der Ostukraine, die sich seit Monaten nicht verbessert, scheint das erst mal unwahrscheinlich. Umso größer war die Aufregung in der Ukraine, als am Montag ein brisantes Video veröffentlicht wurde: Der amtierende Energieminister der Ukraine, Ihor Nassalyk, sprach tatsächlich mit Alexander Timofejew, dem Steuerminister der Volksrepublik Donezk. Es ging unter anderem darum, wie die Ukraine Kohle aus den besetzten Gebieten kaufen kann.

Während die Präsidialverwaltung von Petro Poroschenko und Regierungschef Wolodymyr Grojsman eine Untersuchung durch den Sicherheitsdienst SBU forderten, ging Nassalyk selbst an die Öffentlichkeit: Das Video stamme doch aus dem Februar 2015, als er noch kein Minister war. »Damals war ich Abgeordneter der Werchown...


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