Überlegen, aber nicht heroisch

Froome dominiert die Tour noch stärker als einst Armstrong. Die Seele seines Sports hat er aber nicht verstanden

  • Von Tom Mustroph, Paris
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Früher musste viel am unsicheren Fahrstil von Christopher Froome gefeilt werden. Später hatte er nur noch Imageprobleme. Ein ganz Großer ist der Brite trotz seiner großen Tourerfolge noch immer nicht.

Chris Froome ist ein gelehriger Sportler. Als er 2006 erstmals mit dem Rennrad nach Europa kam, fuhr er einen Rennoffiziellen über den Haufen. Ein Einstand mit Symbolwirkung. Denn sein etwas ungelenker Fahrstil brachte ihm auch in den späteren Jahren zahlreiche Stürze ein. »Er hatte eine schlechte Technik auf dem Rad. Er wusste auch gar nicht, wie er in einer Gruppe fahren sollte«, erinnerte sich Froomes Trainer Michel Theze beim World Cycling Center des Weltverbandes UCI, als Froome dort vor neun Jahren ausgebildet wurde.

Sein Schützling aber lernte, sich besser auf und mit dem Rad zu bewegen. Als er beim Giro delle Regioni, einem U23-Rennen, erst auf den Anstiegen europäischen Cracks wie Rui Costa und Bauke Mollema davonfuhr, dann aber bei den Abfahrten Zeit einbüßte, legte er auch Downhill-Nachhilfestunden ein. Die Durchsagen der Rennkommissare »Chris, Crash« oder »Crash, Chris« verschwanden zwar nicht völlig aus den Kanälen, a...


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