Es war eine wunderschöne Revolution

Ernesto Cardenal erinnert sich an den opferreichen Kampf zum Sturz der Diktatur und die schwere Zeit des Regierens

  • Von Jörg Hafkemeyer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Nicaragua im Sommer 1976. Der katholische Priester Ernesto Cardenal ist 51 Jahre alt und lebt auf einer Insel im Großen See von Nicaragua - auf Solentiname. Er ist gerade zum Priester geweiht worden. In der Hauptstadt Managua regiert der Diktator Somoza mit seinem Clan. Die Wut auf diese Regierungsclique im Land nimmt zu; im Untergrund formiert sich die sandinistische Befreiungsbewegung FSLN. Noch drei Jahre wird sie brauchen, um Somoza und seine Clique zu besiegen. Und Ernesto Cardenal wird im Sommer 1979 Kulturminister der ersten Sandinistischen Regierung.

An diese Zeiten erinnert er sich im Gesprächsband »Mein Leben für die Liebe - Nicaraguita«. Das Buch ist aber auch eine Art Porträt über diesen klugen, einfühlsamen Mann, der etwas geschaffen hat, was sehr selten ist: Er hat eine Verbindung hergestellt zwischen einem mystischen Verständnis des Christentums, einem sehr entschiedenen politischen Engagement und einer poetischen G...


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