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Die nächste Generation

Fabian Lambeck über die zunehmende Kinderarmut in der Abstiegsgesellschaft

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In seinem aktuellen Buch »Die Abstiegsgesellschaft« beschreibt der Soziologe Oliver Nachtwey die Gegenwart als »regressive Moderne«. Der technische Fortschritt im Internetzeitalter trägt den sozialen Rückschritt in sich, weil er sich unter neoliberalen Vorzeichen vollzieht. So werden Errungenschaften in der westeuropäischen Sozialpolitik wieder rückgängig gemacht. Armut wird zu einem Massenphänomen. Der gemeinsame Währungsraum ist zu einem Verarmungsraum mutiert, in dem das Risiko für Kinder, in einem prekären Haushalt aufzuwachsen, in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, wie die Daten der Statistikbehörde Eurostat belegen.

Das Zahlenmaterial zeigt auch, dass dies nicht nur für die Länder Südeuropas gilt, die durch das Spardiktat von EU und IWF verarmten. Auch das reiche Deutschland leistet sich Armut. In der Bundesrepublik ist jedes siebte Kind von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Die Armut der Eltern ist eben auch die Armut der Kinder. Die soziale Spaltung zementiert sich im Laufe der Zeit. So warnt Nachtwey, dass im Bildungssystem der Abstiegsgesellschaft Herkunft und Vermögen der Eltern wieder eine große Rolle spielen. Kindern aus benachteiligten Haushalten steht der Weg nach oben nicht mehr offen. Eine prekäre Elterngeneration vererbt ihre Armut weiter. Das macht die Meldungen über die zunehmende Armutsgefährdung so deprimierend. Zumal auf politischer Ebene kaum etwas getan wird, diese fatale Entwicklung zu stoppen.

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