Der Tenno will abdanken

Japans fleißiger Kaiser trifft mit seinen 82 Jahren auf Verständnis / Gesetzesänderung nötig

  • Von Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Japans Kaiser Akihito hat in einer Videobotschaft indirekt den Wunsch geäußert, zu Lebzeiten abzudanken. Dafür müsste die Rechtsprechung der ältesten Erbmonarchie der Welt geändert werden.

Es war am Montag erst das zweite Mal, dass sich Kaiser Akihito in seiner nunmehr knapp 27-jährigen Amtszeit mit einer Videobotschaft ans Volk wandte. Das erste Mal sprach er der Nation nach der Tsunamikatastrophe, bei der vor gut fünf Jahren fast 20 000 Menschen den Tod fanden, Mut zu. Diesmal ging es um ihn selbst.

»Ich habe Angst, dass es schwierig für mich werden könnte, meine Pflichten als Symbol des Staates wie gewohnt mit vollem geistigen und körperlichen Einsatz zu erfüllen«, sagte der Tenno in seiner zehnminütigen vorher aufgezeichneten Ansprache, die auch auf Großbildschirmen in die überfüllten Einkaufsmeilen der japanischen Metropolen übertragen wurde. Trotz brütender Hitze blieben Passanten stehen, um ihrem Monarchen zu lauschen.

Er sei sich der großen Verantwortung bewusst, die lange Tradition des Kaiserhauses zu wahren, so der Tenno weiter. »Gleichzeitig denke ich angesichts einer sich ständig wandelnden Nation und einer sic...


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