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Mauerkinder

Mauern sind eigentlich dazu da, etwas zu beschützen. Sie sollen den Zutritt von Unbefugten verhindern. Unbefugt sind jene, die nicht über die Befugnis verfügen, Zutritt zu erhalten. Mit Fug und Recht kann an dieser Stelle gesagt werden, dass das Errichten einer Mauer in der Regel keinen Unfug darstellt.

Dies gilt allerdings nicht für den anderen Fall, dass Mauern errichtet werden, um jenen, die ein befugtes Recht haben, dorthin gehen zu können, wohin sie wollen, eben jenes Recht zu versagen. In diesem Fall sind es die Unbefugten, die eine Mauer errichten, was aber leider nicht als Unfug abgetan werden kann.

Kleine Kinder besitzen die besondere Fähigkeit, sich jeden Unfug als Wahrheit einzureden. Wenn sie zum Beispiel nicht wollen, dass sie jemand sieht, halten sie einfach ihre Hände vor die Augen, so dass sie selbst nichts mehr sehen können, und rufen dann ganz laut: »Du siehst mich nicht!« Wenn Sie dabei noch die Augen ganz fest zudrücken, wird die Imagination, sie seien für die Welt unsichtbar, für sie umso mehr zur Wirklichkeit. Sie tun das nicht, weil sie dumm sind, sondern weil sie ganz für sich sein und vor der Welt der Erwachsenen geschützt sein wollen.

Wer eine Mauer baut, weil er nicht will, dass man von innerhalb des Mauerlandes nach draußen blicken kann, muss sie sehr hoch bauen - und seine Staatskinder auffordern, die Augen besonders fest zuzudrücken. Die Berliner Mauer, deren erster Stein am 13. August 1961 gesetzt wurde, war im Schnitt 3,60 Meter hoch. Dass sie doch nur kaum mehr als 28 Jahre bestand hatte, lag daran, dass die Kinder der SED irgendwann erwachsen wurden. jam Foto: dpa/Peter Kneffel

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