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Verabredung auf dem Flughafen

Silvia Neid und Horst Hrubesch haben mit ihren Fußballteams schon Historisches erreicht, den Rekord für die Ewigkeit wollen sie noch aufstellen

  • Von Erik Roos und Jana Lange, Rio de Janeiro
  • Lesedauer: 3 Min.

Horst Hrubesch und Silvia Neid haben einen Pakt. »Wir haben verabredet, dass wir uns auf dem Rückflug wiedersehen - mit einer Medaille um den Hals«, erzählte Hrubesch vor dem olympischen Fußballturnier. Jetzt ist klar: So wird es kommen! Und vielleicht werden sich die Bundestrainerin und der Trainer der deutschen Olympiaauswahl nach ihren letzten Spielen im Amt sogar gegenseitig ihre Goldmedaillen präsentieren. Es wäre ein historischer Triumph.

»Der Glaube war beim Pakt da - aber es war mehr ein Traum«, sagte Hrubesch am Mittwochabend nach dem 2:0-Sieg gegen Nigeria und dem Einzug ins Finale gegen den Gastgeber, das am Sonnabend in Rio de Janeiro gespielt wird. Neid muss mit ihrem Team vorlegen: Am Freitag geht es für die Fußballerinnen im Endspiel gegen die Schwedinnen um Gold.

Auch Hansi Flick ist voller Vorfreude auf die deutschen Feiertage im Maracana. »Beide Mannschaften haben Historisches geleistet. Das ist sensationell«, sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes vor seiner Reise nach Rio. »Wir haben den deutschen Fußball bei Olympia würdig vertreten. Wir haben unsere Mission schon teilerfüllt.« Nie zuvor war es einem Land gelungen, bei Olympia mit beiden Fußballmannschaften das Finale zu erreichen. Sollte am Ende Doppelgold gelingen, wäre dies wohl ein kaum für möglich gehaltener Rekord für die Ewigkeit.

Ein Traum wäre auch Gold als Abschiedsgeschenk: Sowohl Neid als auch Hrubesch hören nach Olympia auf. Nach elf Jahren im Amt und mehr als 30 Jahren Nationalmannschaft wäre der erste Olympiasieg der krönende Abschluss für die 52-Jährige, die die Geschichte des deutschen Frauenfußballs mitgeschrieben hat wie keine andere.

»Gold ist zum Greifen nah«, sagte Spielführerin Saskia Bartusiak vor dem Klassiker gegen das Team aus Skandinavien. Besonders das Maracana, in dem die männlichen Kollegen 2014 den vierten WM-Stern holten, löst Vorfreude aus. »Sie haben dort vor zwei Jahren Großes erreicht, und wir freuen uns sehr, dass wir dort auch wahnsinnig Großes erreichen können«, sagte die Abwehrchefin.

Auch die Männer können es kaum erwarten. »Was kann es Besseres geben, als im Maracana um Gold zu spielen? Und das gegen Brasilien? Viel mehr kann man nicht erreichen«, sagte Hrubesch vor dem Duell mit dem Gastgeber. Und damit nicht genug. »Klar, wir haben Silber sicher. Aber wir wollen Gold. Warum nicht den ganz großen Wurf?«, sagte Kapitän Max Meyer von Schalke 04. Das Stadion wird mit fast 80 000 Menschen ausverkauft sein, der Gegenwind wegen des WM-Halbfinals 2014 heftig. »Jeder hat dieses 1:7 im Hinterkopf, das könnte unsere Chance sein. Das ganze Land erwartet, dass Brasilien gewinnt«, sagte Meyer.

Zunächst aber legen die Frauen vor, vielleicht mit prominenter Unterstützung. »Wenn es möglich ist, gehen wir mit der gesamten Mannschaft hin«, so Hrubesch. Eine Siegerehrung mit deutscher Beteiligung? Sicher nicht die schlechteste Vorbereitung. SID/nd

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