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Gebrochenes Versprechen

Jürgen Amendt über die Bilanz von acht Jahren »Bildungsrepublik Deutschland«

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Zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik Deutschland 2008 rief Bundeskanzlerin Angela Merkel die »Bildungsrepublik Deutschland« aus. Der Ausbau des Bildungssektors sei notwendig, so die CDU-Politikerin damals, um »jedem die Chance auf Einstieg und Aufstieg zu ermöglichen«.

Wohlfeile Worte, die von der Realität allerdings Lügen gestraft werden. Gemessen an der Wirtschaftskraft sind die Ausgaben in Deutschland für Bildung, Wissenschaft und Forschung nach wie vor niedriger als in anderen Industrieländern. Diese Unterfinanzierung hat Folgen, und zwar vor allem für jährlich Hunderttausende von Jugendlichen, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen. 2008 hatten Bund und Länder beim »Bildungsgipfel« das Ziel ausgegeben, bis 2015 die Quote der Schulabbrecher von damals 8 auf 4 Prozent zu verringern. Das Ziel wurde nicht erreicht; im vergangenen Jahr verließen immer noch 5,6 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne ein Zeugnis, das für eine Berusausbildung qualifiziert.

Die Situation ist gerade dort am problematischsten, wo Bildungsinvestitionen besonders nötig sind: in den strukturschwachen Regionen. So blieb in manchen Städten des Ruhrgebiets mehr als jeder zehnte Schüler ohne Hauptschulabschluss und auch in Mecklenburg-Vorpommern lag der Wert 2015 bei annähernd zehn Prozent. Das Versprechen auf die »Bildungsrepublik Deutschland« harrt noch seiner Einlösung.

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