Schwarzbrauner Staub für Europa

Auf einer Cannabis-Farm in Marokko / Legalisieren oder nicht - das Parlament diskutiert und entscheidet nicht

  • Von Fanny Kniestedt, Chefchaoun
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

An den Hängen des Rif-Gebirges blitzen die Häuser in allen Facetten, die die Farbe Blau zu bieten hat. Doch neben ihrer jahrhundertealten Geschichte ist die Gegend um die Stadt im Norden des Königreichs Marokko auch für etwas anderes bekannt: den Anbau von Cannabis.

Im Schatten der Feigenbäume ruhen sich die Ziegen aus. Ein schmaler Bach rieselt den sanften Berghang hinunter. Aus der kleinen Hütte schallt Michael Jacksons Stimme, die sich mit einem rhythmischen Klopfen vermischt. Das Klopfen kommt von Mohammed. Mit zwei Holzstöcken trommelt er auf einer mit Stoff bedeckten Plastikschüssel. Diese ist nochmals mit einer Plane umhüllt. Als er die Plane entfernt und den Stoff löst, ist in der Schüssel eine kleine Menge grünbrauner Staub zu erkennen: das Kif - von Marihuanablüten getrennte THC-Kristalle. Daraus wird das Hasch verarbeitet.

Mohammed ist einer von etwa einer Million Menschen, die im Rif-Gebirge Cannabis anbauen. Er w...


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