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Es gibt keine wertfreie Forschung

Lena Tietgen ist für eine Wissenschaft mit mehr gesellschaftlicher Vernunft

Bevölkerungsdichte und Hunger, Frieden und Abrüstung, Klima und Energie gelten spätestens seit den 1980ern als vordringliche und nur gemeinsam zu lösende Aufgaben. Allerdings kommen internationale Politik wie auch Wissenschaft diesen nur schleppend nach. Frühere Initiativen, wie »Naturwissenschaftler für den Frieden« oder die Friedensinstitute, können heute als gute Beispiele dienen, wenn es um die inzwischen noch dringlicheren globalen Fragen geht. Eine global vernetzte, auf Kooperation bauende Wissenschaft arbeitet da effektiver als das scharf konkurrierende Spezialistentum.

Globale Probleme haben aber auch lokale Auswirkungen. Jeder über die Ufer tretende Fluss stellt ein regionales Problem dar, jeder Geflüchtete will vor Ort integriert werden und Solarenergie lässt sich wunderbar dezentralisieren. Eine in die Regionen vernetzte, spezialisierende Wissenschaft ist da äußerst sinnvoll.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weshalb gesellschaftliche Fragen als »Dritte Mission« der Wissenschaft wichtig für die Zukunft sind. Dieser liegt in der Wissenschaft selbst. Die letzten Jahre waren durch einen Wirkungsverlust des allgemeinen Kanons gekennzeichnet. Im Zusammenspiel von Ökonomisierung und Digitalisierung der Bildung entstand ein Vorrang funktional denkender Ansätze; Stichwort: »wertfreie Statistik«. Anstelle des alten Wertekanons könnte gesellschaftliche Verantwortung als Indikator für den Erfolg und die Qualität von Wissenschaft treten.

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