Werbung

»Zaman«: Französische Ausgabe schließt nach Drohungen

Politisches Klima in der Türkei zwingt Redaktion der türkischen Oppositionszeitung zur Aufgabe

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Nach Drohungen gegen die eigenen Journalisten und Leser stellt die französische Ausgabe der türkischen Oppositionszeitung »Zaman« ihren Dienst in Frankreich ein. Die »Gewalt des aktuellen politischen Klimas« in der Türkei sowie die »beunruhigende Entwicklung der Ereignisse« machten es der Redaktion unmöglich, ihre journalistische Arbeit korrekt auszuüben, erklärte die Wochenzeitung am Montag auf ihrer Internetseite. Weder in Papierform noch online werde künftig veröffentlicht.

Die neun Angestellten von »Zaman France« sowie auch die Leser seien »wachsenden Sicherheitsrisiken« ausgesetzt, hieß es weiter. Der Zeitung zufolge erhielt die Redaktion in der Vergangenheit 200 Todesdrohungen. Chefredakteur Emre Demir warf der in der Türkei regierenden AKP eine »Denunziationskampagne« vor. In Istanbul waren die »Zaman« sowie ihre englischsprachige Version »Today's Zaman« im Juli geschlossen worden.

Die »Zaman« war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Führung für den Umsturzversuch Mitte Juli verantwortlich macht. Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen und dutzende Haftbefehle ausgestellt. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen