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Die Arbeit konzentriert sich weiter

Überstunden und Maloche am Abend werden gängiger

Der Arbeitsmarkt driftet immer weiter auseinander. Wer einmal eine reguläre Vollzeitstelle ergattert hat, der kann sich immer häufiger nicht vor Überstunden, Wochenenddiensten und Maloche am Abend schützen. Dabei wird in der Republik insgesamt nicht mehr gearbeitet. Die vorhandene Arbeit wird sogar auf immer mehr Hände und Köpfe verteilt.

Arbeiteten etwa vor 20 Jahren 1,3 Millionen Beschäftigte mehr als 48 Stunden die Woche, so traf dies vergangenes Jahr auf 1,7 Millionen beziehungsweise knapp fünf Prozent aller Angestellten zu. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der LINKEN im Bundestag hervor. Demnach arbeitet mit 8,8 Millionen ein Viertel aller Beschäftigten regelmäßig nach 18 Uhr oder am Wochenende. Im Jahr 1995 waren dies noch fünf beziehungsweise sechs Millionen Beschäftigte, die abends beziehungsweise am Wochenende malochen mussten. Und auch nachts muss mittlerweile jeder Elfte ran.

Solch übermäßige und unregelmäßige Arbeit schlägt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten nieder. Nachtarbeit und Wochenendarbeit machen es wahrscheinlicher, an Burn-out zu erkranken. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jutta Krellmann, fordert deswegen eine wirksame Anti-Stress-Verordnung inklusive wöchentlicher Höchstarbeitszeit. Dass Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hingegen das Arbeitszeitgesetz noch weiter aufweichen will, nennt Krellmann einen »schlechten Witz«.

Dabei müssten immer mehr Menschen hierzulande gar nicht immer mehr arbeiten. »Unsere Arbeit ist immer ungleicher verteilt«, sagt Krellmann. Auf der einen Seite gebe es in Deutschland Vollzeitbeschäftigte, die immer öfter abends, nachts und am Wochenende arbeiten. Auf der anderen Seite gebe es Minijobber oder Beschäftigte in Teilzeit, die finanziell kaum über die Runden kämen. »Diese unfaire Verteilung von Arbeit muss auf die politische Tagesordnung«, so Krellmann.

Denn alles in allem ist das von allen Beschäftigten hierzulande abgeleistete jährliche Arbeitsvolumen relativ konstant geblieben. Die Zahl der Angestellten hat sich sogar erhöht, was im Schnitt eigentlich zu weniger Stunden pro Angestellten führen müsste. Doch kommt diese Entwicklung eben nicht bei allen gleichmäßig an.

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