Der schreitende Mensch

»Solo Walks« - ein Ausstellungs-Parcours durch das Büdner Kunstmuseum Chur in der Schweiz

  • Von Klaus Hammer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Alberto Giacomettis Figur »L›homme qui marche« (1960) gibt das Leitmotiv dieser Ausstellung: Der schreitende Mensch steht in metallischer Einsamkeit, mit ausladendem Schritt im leeren Raum. Er ist in sich gekehrt, während er vorwärts strebt, um vielleicht nie und nirgendwo anzukommen. Giacometti, der vor 50 Jahren in Chur gestorben ist, hat seinen Skulpturen die Bewegung, das Prinzip von Abstoßung und Anziehung einverleibt. Die Räumlichkeit, die von seinen Skulpturen ausgeht, ist mit dem Phänomen der Leere verbunden, sowohl mit der gähnenden, bedrohlichen als auch aktiven, erfüllenden Leere. Hinter der Empfindung steht das Gefühl der Isolation und des Auf-sich-Zurückgeworfen-Seins.

Wie sich das Gehen hier in seiner elementarsten Form manifestiert, so findet es beim Rundgang durch die »Galerie des Gehens«, der Eröffnungsausstellung im Neubau des Kunstmuseums Chur, zahlreiche Aspekte in den »Solo Walks« von 40 internationalen Künstl...


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