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AfD-Feiernde schlagen zu

München: Journalist von Sympathisanten angegriffen

In München wollte es sich die »Alternative für Deutschland« am Wahlabend so richtig gut gehen lassen und lud ihre Sympathisanten in ein Restaurant zur Wahlparty. Welchen speziellen Politikstil diese in der bayerischen Hauptstadt mitbringen, bekamen am Sonntagabend Journalisten am eigenen Leib zu spüren. Bei einem spontanen Protestzug gegen die AfD schlugen mitfeiernde Neonazis und Rechte aus der Dortmunder und Münchner Szene sowohl Demonstranten als auch Fotografen.

Linke Antifaschisten hatten am Sonntagabend unter dem Motto »Nationalismus ist keine Alternative« eine spontane Demonstration zur Wahlparty der Münchner Ortsverbände der Rechtsaußen-Partei organisiert. Die Aktivisten zogen mit Bannern und Sprechchören vor das Restaurant und verteilten dort Papierschnipsel mit Slogans wie »Sexismus ist keine Alternative« und »Faschismus tötet«. Augenzeugenberichten zufolge kamen daraufhin Besucher der AfD-Wahlparty auf die Straße, forderten die Demonstranten zum Kampf auf und schlugen auf die Transparente und die Demonstranten ein.

Die Angreifer werden von Beobachtern als Anhänger der extrem rechten Szene identifiziert: Zu den Angreifern zähle Rick W., ein Ordner von »Pegida München« und Mitglied des extrem rechten »Bündnis Deutscher Patrioten (BDP)«. Auf Facebook hetzt die Organisation gegen Flüchtlinge - indem sie unter anderem darüber sinniert, auf welche Weise Migranten in Münchner Freibädern umgebracht werden könnten (Strom oder Zyklon B). Auch Lukas Bals soll beteiligt gewesen sein. Das Mitglied der »Identitären Bewegung« war in der Dortmunder extrem rechten Splitterpartei »Die Rechte« organisiert und wurde bereits wegen Körperverletzung verurteilt, nachdem er die Dortmunder Piraten-Vorsitzende Nadja Reigl bei einer Wahlparty 2014 geschlagen hatte. Als dritter Angreifer wurde der Neonazi-Rapper Chris Ares erkannt.

Die drei rechtsextremen AfD-Sympathisanten würgten einen Demonstranten, traten mehrmals nach Pressevertretern und schlugen einem Journalisten ins Gesicht. Auf Facebook berichtet »Chris Ares« von dem Vorfall, behauptet aber, von der »Antifa München« angegriffen worden zu sein und sich lediglich verteidigt zu haben. Fotos von dem Angriff, die im Kurznachrichtendienst Twitter kursieren, zeigen nur den um sich tretenden Rapper.

Dass die Münchner AfD mit der rechtsextremen Szene in Verbindung steht, war bereits bekannt. Medienberichten zufolge hatte sich der bayerische Landesvorsitzende Petr Bystron schon zuvor mit Lukas Bals und Rick W. blicken lassen. Alle drei hatten Ende Juni keinen Zutritt zu einer AfD-kritischen Veranstaltung im Münchner Eine-Welt-Haus erhalten. Bystron bestritt damals jedoch, seine Begleitung näher gekannt zu haben. ek

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