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Nichts ist vergangen

Milo Rau schließt mit dem markerschütternden Stück »Empire« an der Berliner Schaubühne seine Europa-Trilogie ab

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Von 12 000 Menschen, die in den syrischen Gefängnissen Baschar al-Assads getötet wurden, existiert ein Foto im Internet. Sie sind allesamt unter Folter gestorben. Ein Scherge des Diktators lichtete die übel zugerichteten Leichen ab. Nachdem er die Seiten gewechselt hatte, nahm er die Bilder mit. In schneller Folge lässt Rami Khalaf sie jetzt auf die Leinwand projizieren. Sein Bruder ist vor ein paar Jahren spurlos verschwunden. Monatelang, so berichtet es der Schauspieler auf der Theaterbühne, habe er sich die Porträts immer wieder angesehen: »Diese Bilder zu betrachten, ist hart. Denn das Gesicht von jemandem, der unter der Folter stirbt, verändert sich sehr.« Irgendwann glaubt er, den Gesuchten entdeckt zu haben und schickt das Foto an dessen Frau, die aber beteuert: »Das ist er nicht.« Khalaf ist sich da nicht so sicher. Er will nur eines: »Diese Geschichte muss ein Ende haben.«

Dabei lehrt jede Tragödie, welche Wahrheit in die...


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