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Türkei: Erstmals seit zwei Jahren Familienbesuch bei Öcalan

Proteste und Hungerstreik erfolgreich: Ankara erlaubt Treffen von inhaftiertem PKK-Chef mit seinem Bruder / Seit 1999 als Gefangener auf Insel Imrali

Berlin. Angesichts zunehmender Proteste und des Hungerstreiks von linken Politikerin hat das türkische Regime erstmals seit zwei Jahren einen Besuch von Familienmitgliedern beim inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan erlaubt. Anlässlich des islamischen Opferfestes, das Anfang der Woche beginnt, dürfe der Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans Besuch von seinem Bruder Mehmet bekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Datum und Uhrzeit des Besuches würden geheimgehalten.

Nach türkischen Medienberichten hatte die Familie des PKK-Anführers seit dem 6. Oktober 2014 keine Besuchserlaubnis mehr erhalten. Öcalan ist als Chef der als Terrororganisation eingestuften PKK seit 1999 auf der Gefangeneninsel Imrali inhaftiert. Zuletzt war eine Delegation des Komitees zur Verhinderung von Folter des Europarates im April auf Imrali, um die Bedingungen der insgesamt nur vier Häftlinge dort zu überprüfen. Seit ein Waffenstillstand zwischen der türkischen Armee und den kurdischen Rebellen im vergangenen Sommer zerbrach, durften ihn auch seine Anwälte nicht mehr besuchen. Aus Sorge um Öcalan waren am vergangenen Montag in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir 50 pro-kurdische Aktivisten in den Hungerstreik getreten, darunter fünf Parlamentarier der linkskurdischen Oppositionspartei HDP. Sie forderten, Anwälten und Angehörigen Zugang zu Öcalan zu gewähren.

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei von Mitte Juli hatte die türkische Regierung ihr autoritäres und diktatorisches Vorgehen gegen Oppositionelle, Linke und PKK-Rebellen im Südosten der Türkei und im Nordirak noch einmal verschärft. Die PKK antwortete mit einer Reihe von Anschlägen, bei denen dutzende Soldaten und Polizisten getötet wurden. Agenturen/nd

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