Drei Reiter, das zweite Pferd lahmt

»Anyone who had a heart« und eine Baulückenfüllung von Christian Petzold, die ans Kino erinnert: Matthias Dell über den Polizeiruf »Wölfe«

  • Von Matthias Dell
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Frage, ob es einen Unterschied macht, für das Kino oder das Fernsehen zu drehen, hat der Regisseur Christian Petzold in einem Radio-Interview kürzlich verneint. Und die Differenz mit einer hübschen Metapher erklärt: »Es gibt eine Architektur, die Aufträge entgegennimmt für ein Museum oder irgendeine Halle, die auf der freien Wiese steht. Da darf man machen, was man will, das ist ein einzelnes Werk, da fährt man fast hin. Und es gibt eine Architektur, die muss eine Baulücke füllen.«

Die Baulücke, die Petzold nun schon zum zweiten Mal füllt, ist der Münchner Polizeiruf 110. »Wölfe« (Redaktion beim Bayerischen Rundfunk: Cornelia Ackers, redaktionelle Mitarbeit: Tobias Schultze) heißt der neue Film nach dem so schön durch verschiedene Erzählregister melancholisierenden Krimidebüt »Kreise« im Juni letzten Jahres.

Dabei lässt der Filmemacher Petzold ein Bewusstsein fürs Serielle erkennen - zur wiederholten Baulückenfüllung gehö...


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