Spiele des Volkes

Trotz großer Probleme wurden die Paralympics in Rio zu einem Erfolg. Und sie zeigen: In skandalumwitterten Zeiten könnte der Behindertensport zum Vorbild werden

  • Von Ronny Blaschke, Rio de Janeiro
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bunt, laut, lebendig, fröhlich: Die Abschlussfeier im Maracanã passte zu den Paralympics. Gerührt waren die 70 000 Zuschauer am Sonntagabend, als Philip Craven seine Abschiedsrede hielt. »Das kostbarste Souvenir, das ich von hier mitnehme, ist die Erinnerung an euch«, sagte der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees IPC. »Ihr habt die Athleten in eure Herzen geschlossen, und die Spiele zu euren Spielen gemacht - zu Spielen des Volkes.«

Die Paralympics in Peking 2008 waren bis ins Detail geplant. Vier Jahre später in London lebten sie von Pathos und Euphorie auf den Rängen. Die Spiele in Rio steigerten sich aus dem Nichts zu einem charmanten Familienfestival. Für alle Gruppen der Gesellschaft. Teilweise waren die Sportstätten, etwa bei der Leichtathletik, voller als bei den Olympischen Spielen. So etwas habe es laut IPC in 56 Jahren Paralympics nie gegeben.

Noch vor fünf Wochen wurde über die Absage der ersten Behindertensp...

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