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Von Anna Gontscharek, Kapstadt
21.09.2016

»Das Wachstum der Städte ist das Wachstum der Slums«

In Afrika hat die Urbanisierung vor allem schlechte Folgen

ff
Ein Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi

Kapstadt. Derzeit leben 1,2 Milliarden Menschen in Afrika; etwa 40 Prozent von ihnen in Städten. Dieser Urbanisierungsprozess kostete den Kontinent etwa 60 Jahre. Zum Vergleich: Europa hatte dasselbe Urbanisierungsausmaß bereits im Jahr 1910 erreicht, dafür aber über ein Jahrhundert gebraucht. Nun holt Afrika rasant auf, was aber mit Problemen verbunden ist.
Starkes Bevölkerungswachstum erwartet

In den kommenden 50 Jahren soll sich die Stadtbevölkerung des Kontinents verdreifachen. Das heißt allerdings auch, dass über 900 Millionen Afrikaner neu untergebracht werden müssen. »Die Zeit zu handeln ist jetzt«, mahnt Takyiwaa Manuh, Direktorin der Sozialentwicklungsabteilung der UN-Wirtschaftskommission für Afrika. »Wenn der Kontinent wartet (...), könnte es bereits zu spät sein, um die unhaltbaren Pfade rückgängig zu machen.«

Denn Afrikas Urbanisierung wurde nicht wie anderswo von einer Industrialisierung der Wirtschaft begleitet. Viele Länder hängen noch immer stark von der Ressourcengewinnung ab und auch das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt wuchs nur sehr langsam. »Drei von vier Afrikanern leben noch immer in ärmlichen Verhältnissen«, heißt es im diesjährigen African Economic Outlook. Laut der amerikanischen Denkfabrik Brookings Institution liegt das daran, dass afrikanische Städte Zentren des Konsums sind. Was durch natürliche Schätze gewonnen wird, wird gleichermaßen von der wohlhabenden Elite ausgegeben. Während diese immer mehr profitiert, bleibt die Infrastruktur, die anderorts zum Gedeihen von Städten geführt hat, in Afrika meist auf der Strecke.

Es fehlt an Wohnraum

Deshalb sind afrikanische Städte laut der Weltbank »überfüllt, zusammenhanglos und teuer«, statt wie benötigt »wirtschaftlich dicht, verbunden und wohnlich«. Dabei könnte »Urbanisierung durchaus gesund sein«, sagt auch Arkebe Equbay, der Politikberater des äthiopischen Premiers. Dafür müsse aber eben nicht nur an die Profite, sondern auch an soziale Integration gedacht werden und genau da hapert es in den meisten afrikanischen Metropolen.

Nigeria etwa steht bereits jetzt mit etwa 17 Millionen Wohneinheiten im Rückstand. Kenias Wohnungsmangel liegt immerhin bei 2 Millionen fehlenden Einheiten, während die Hauptstadt Nairobi jedes Jahr mit rasantem Tempo um weitere 4 Prozent anwächst. In Tansanias Wirtschaftshauptstadt, Dar es Salaam, teilen sich 28 Prozent der Einwohner mit zwei weiteren Personen ein Zimmer. In Abidjan, dem Wirtschaftszentrum der Elfenbeinküste, sind es gar 50 Prozent. Die Einwohnerzahl von Ghanas Hauptstadt Accra verdoppelte sich zwischen 1991 und 2000, während sich die bebauten Flächen sogar verdreifachten.

Arme bleiben arm

Angesichts der schieren Ausmaße dieser Expansionen ist es kaum verwunderlich, dass Neubauten oft vorschnell und schlecht hochgezogen werden – genau darin liegt auch das Hauptproblem der afrikanischen Urbanisierung: Für die meisten hoffnungsvollen Landflüchtige bleibt es nämlich bei dem Umzug in die immer weiter anwachsenden Armenviertel, die sogenannten Slums. Trotz ungemein harter Arbeit verdienen sie extrem wenig und kommen kaum über die Runden. Zusätzlich bringen die Slums Schmutz und Krankheiten.

»In vielerlei Hinsicht ist die Art der Urbanisierung, die wir in Afrika sehen, eine Reflektion fehlgeleiteter Entwicklungspolitik«, glaubt Dr. Yaw Ansu, Chefökonom am Africa Centre for Economic Transformation. Afrikas Urbanisierung sei durch Slums und einen Mangel an Arbeitsplätzen geprägt und werde durch den Mangel an Arbeitsplätzen in den ländlichen Gegenden angetrieben. »Das Wachstum der Städte ist zum Wachstum der Slums geworden.« Da die Urbanisierung nicht aufgehalten werden kann, muss nun dringend umgedacht werden.

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