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Von Leo Fischer
24.09.2016

Die Wirtschaft

fischer

Der Job des Wirtschaftsministers könnte der schönste der Welt sein: Im Kapitalismus regelt sich die Wirtschaft ohnehin selbst, muss also nur bei besonderen Exzessen gezüchtigt werden; ansonsten vertrödelt man seine Zeit bei Empfängen und Banketten, schüttelt feiste Managerhände, quält sich durch endlose Powerpoint-Präsentationen und sortiert abends die Fördertöpfe nach Farbe. Dass dieses Amt eigentlich nahezu sinnlos ist und gut und gerne auf Staatssekretärsebene abgewickelt werden könnte, diese Wahrheit lebt Sigmar Gabriel so kompromisslos wie keiner vor ihm. Sein ganzer Habitus ist der eines Industrie- und Handelskammerpräsidenten aus der Provinz, der überall »tolle Chancen« und »hochspannende Geschichten« wittert, während er das Geld seiner Beitragszahler mit vollen Händen zum Fenster hinauswirft. Dass der Vizekanzler auf derart nichtswürdigem Posten seine Zeit zubringt, spricht nicht nur Bände über die Rolle, die die SPD in der Großen Koalition einnimmt, als willig durchgefütterter Nichtsnutz; es spricht auch über das Selbstverständnis einer Partei, die das Pöstchenabgreifen zum alleinigen Inhalt ihrer Politik gemacht hat: Hauptsache, irgendwo sitzt ein Sozi, auf Gedeih und Verderb, der Rest ist egal. Gabriel hat somit das höchste Pöstchen, das man in diesem Land überhaupt erringen kann.

Die erstaunliche, durch den aktuellen Amtsinhaber noch einmal potenzierte Sinnlosigkeit dieses Pöstchens wurde im Zuge seines Besuchs bei Putin noch einmal unterstrichen: Für teuer Geld werden da tonnenschwere Wirtschaftsvertreter nach Moskau geflogen, die ohnehin vorher schon alles per Skype geklärt haben; die Verträge, die sie unterschreiben, sind schon unter Dach und Fach, lange bevor sich der Wirtschaftsminister die Mühe macht, die Namen der Delegationsteilnehmer auswendig zu lernen. Im Grunde ist die Veranstaltung so überflüssig wie ihr Schirmherr; sie dient lediglich dazu, eine symbolische Geschlossenheit von Wirtschaft und Politik zu behaupten, an der grundsätzlich kein Vernünftiger zweifeln kann - hätte Gabriel etwas an deutschen Waffenschmieden und Massentiermästern auszusetzen, wäre er ja auch nicht Wirtschaftsminister. Sinnloserweise erklären beide, dass sie sich über politische Punkte nicht einig sind, gleich ob in Sachen Syrien oder Sanktionen; sinnloserweise versichern beide, dass sie dennoch gewillt sind, weiter Handel miteinander zu treiben. So viel Geld, so viel Lebenszeit verpulvert, nur um dem Kapitalismus ein Antlitz zu geben, das nur wenig menschlicher ist als ein DAX-Ticker - den deutschen Konzernen sei dringend anempfohlen, Gabriel demnächst wegzurationalisieren.

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