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Trotz einer klaren Niederlage gegen Kiel sehen sich die Handballer von den Füchsen Berlin auf einem guten Weg

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 4 Min.

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Die Füchse Berlin hatten zuletzt viel Grund zum Feiern. Mit Paul Drux, Fabian Wiede, Silvio Heinevetter und Steffen Fäth kehrten gleich vier Hauptstadthandballer mit Olympiabronze aus Rio zurück. Anfang September verteidigten die Berliner ihren Titel bei der Klub-Weltmeisterschaft in Doha - das war zuvor keiner deutschen Mannschaft gelungen. Und dann starteten die Füchse auch noch mit sechs Siegen in Folge in die neue Bundesligasaison. Ihren eigenen Startrekord aus der Saison 2010/2011 mit sieben Siegen konnten die Berliner aber nicht einstellen: Der Gegner am Mittwochabend hieß THW Kiel und war eine Nummer zu groß. Mit 18:26 verloren die Gastgeber in der mit 8754 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle das Spitzenspiel des siebten Spieltags.

Richtig frustriert war aber niemand. Das lag einerseits am überragenden Gegner. Rekordmeister Kiel gewann in den vergangenen zwölf Jahren zehn Mal den Titel und drei Mal die Champions League. »Wie haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, da konnten wir uns gegen Kiels starke 6:0-Abwehr einfach nicht durchsetzen«, bilanzierte Steffen Fäth gefasst. In den ersten 30 Minuten gelangen den Füchsen gerade mal sieben Tore, der THW hingegen traf 13 Mal. Mit diesem Vorsprung von sechs Toren spielten die Kieler eine souveräne zweite Halbzeit. Wenn sich die Berliner mal an der Abwehr vorbei spielen konnten, scheiterten sie ein ums andere Mal an den beiden starken Torhütern Niklas Landin und Andreas Wolff.

»Uns hat am Ende auch die Kraft gefehlt«, gestand Paul Drux. Gerade mal einen Tag Pause hatten die Berliner, nach dem Spiel am Montag bei der TSV Hannover-Burgdorf. Genau diese Begegnung war es auch, die den Ärger über die fast schon zu erwartende Niederlage gegen Kiel in Grenzen hielt. »Diese zwei Punkte sind viel wert«, sagte Sportkoordinator Volker Zerbe mit Blick auf den knappen 30:29-Sieg gegen Hannover-Burgdorf. In der vergangenen Saison hatten die Füchse gegen den gleichen Gegner aus zwei Spielen nur einen Punkt geholt. Für das Saisonziel sind solche Erfolge wichtig. Nach Rang fünf in der vergangenen Spielzeit wollen die Berliner nun Platz vier angreifen. Mehr Konstanz hatte Zerbe dafür schon vor der Saison gefordert.

Die Ausgangslage ist nicht schlecht. Mit 12:2 Zählern sind die Füchse Zweiter hinter den punktgleichen Kielern. Auch der Gegner traut den Berlinern einiges zu. »Sie haben eine gute Mannschaft und der Verein hat sich toll entwickelt«, lobte THW-Manager Thorsten Storm die Füchse. Selbstbewusstsein zeigten trotz der klaren Niederlage auch die Berliner. »Generell sind wir eine Mannschaft, die in diesem Jahr auch mit Kiel mithalten kann«, schätzte Paul Drux ein.

Bob Hanning ist der gleichen Meinung. »Vor der Partie hatten wir eine ehrliche Chance, gegen Kiel was zu holen. Nach dem Spiel muss man sagen, dass wir verdient verloren haben, weil wir auf keiner Position das direkte Duell gewinnen konnten.« Erfolg und Misserfolg macht der Füchse-Manager aber nie von einzelnen Spielen abhängig, er will entwickeln. So geht es für ihn darum, im zweiten Jahr mit Trainer Erlingur Richardsson das Team weiter zusammenwachsen zu lassen. Auch deshalb wurden mit Steffen Fäth und Kresimir Kozina nur zwei neue Spieler verpflichtet.

Zur Entwicklung gehört laut Hanning auch das Ziel, »näher an den THW heranzukommen.« Einfach ist das nicht, mit rund zehn Millionen Euro haben die Kieler mehr als doppelt so viel Geld pro Saison zur Verfügung. Deshalb ist der Nachwuchs das wichtigste Element. Mit Fynn Ole Fritz und Mark Ferjan haben es in dieser Saison wieder zwei Jugendspieler in den Profikader geschafft. Dem 21-jährigen Christoph Reißky gelang der Sprung aus der zweiten Mannschaft - er erzielte gegen Kiel ein Tor. »Auch wenn man uns immer wieder Spieler wegkaufen wird, wir werden den Weg mit Eigengewächsen konsequent weitergehen«, betont Hanning.

Und wenn dieser Weg dann auch noch erfolgreich ist, wird der Manager auch gern mal pathetisch: »Das ist ein Sieg für den Handball«, sagte er nach dem Erfolg bei der Klub-WM Anfang September. Im Finale von Doha wurde der haushohe Favorit Paris St. Germain geschlagen, der einen drei Mal höheren Etat und etliche Weltstars in seinen Reihen hat.

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