Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Nach Hurrikan »Matthew« Hunderte Tote in Haiti

Laut Berichten über 300 Opfer im Inselstaat / Tote auch in der Dominikanischen Republik / Schäden auf Kuba / USA wappnet sich gegen das »Monster«

Update 7.40 Uhr: Mehr als 300 Opfer in Haiti
Im Karibikstaat Haiti ist die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan »Matthew« weiter angestiegen. Allein im Süden seien mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen, sagte der aus der Region stammende Senator Hervé Fourcand der Nachrichtenagentur AFP. Nach seinen Angaben könnte die Zahl weiter steigen, da einige Gebiete immer noch von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die von den Behörden genannte Zahl von 122 Toten wies Fourcand als viel zu niedrig zurück. Der Rundfunksender Radio Télévision Caraïbes hatte ebenfalls bereits von mindestens 264 Toten gesprochen.

Der Wirbelsturm hatte in der Karibik massive Verwüstungen angerichtet. Besonders schwer wurde der Südwesten Haitis getroffen. Der Abgeordnete Pierre-Louis Ostin berichtete, dass allein in der südlichen Gemeinde Roche-à-Bateau mindestens 50 Menschen getötet worden seien. Die Hilfsorganisation Care erklärte, in der südhaitianischen 30.000-Einwohner-Stadt Jérémie habe der Sturm rund 80 Prozent der Gebäude zerstört. Schon bald könnte den Menschen die Nahrung ausgehen, warnte Care. Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans weiter von der Außenwelt abgeschnitten.

Nach Hurrikan »Matthew« viele Tote in Haiti

Berlin. Der Hurrikan »Matthew« hat in der Karibik massive Verwüstungen angerichtet. In Haiti wurden laut einem Bericht des Senders Radio Télévision Caraïbes mindestens 264 Menschen in den Tod gerissen. Der Sturm wütete auch in der Dominikanischen Republik und suchte danach die Bahamas heim. Mindestens vier Menschen, unter ihnen drei Kinder, wurden in der benachbarten Dominikanischen Republik in den Tod gerissen. Im Osten Kubas zerstörte »Matthew« die historische Stadt Baracoa mit ihren Häusern aus der Kolonialzeit. Zuvor waren in dem Inselstaat 1,3 Millionen Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

Besonders schwer wurde der Südwesten Haitis getroffen. Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Die USA schickten zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen neun Militärhubschrauber sowie drei Marineschiffe nach Haiti, wie das US-Militär mitteilte.

Lesen Sie hier, wie das Unwetter die politische Krise im Inselstaat Haiti weiter verschärft.

Ausnahmezustand herrscht nun auch im Südosten der USA: Der heranrasende Hurrikan versetzt die Einwohner der Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina in Schrecken. Die Behörden gaben Evakuierungsbefehle für drei Millionen Menschen aus. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus, das Benzin an den Tankstellen wurden knapp.

»Dieser Sturm ist ein Monster«, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. Er rief die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf. Wer sich der Anordnung der Behörden widersetze, riskiere den Tod. »Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben«, sagte Scott, dessen Evakuierungsbefehl für 1,5 Millionen Menschen galt. Auch in South Carolina und dem südlich angrenzenden Bundesstaat Georgia wurde die Evakuierung küstennaher Gemeinden angeordnet.

US-Präsident Barack Obama verkündete den Ausnahmezustand für die drei Bundesstaaten, was die unmittelbare Freigabe von Bundesmitteln für Notmaßnahmen ermöglichte. Den Vorhersagen zufolge wird der Wirbelsturm am Freitagmorgen die Küste von Florida erreichen.

Er könnte der verheerendste Hurrikan sein, der Florida seit »Andrew« im Jahr 1992 heimsucht. »Matthew« habe die Kraft, um Wellen bis zu 5,50 Meter hochschießen zu lassen, warnte das Hurrikanzentrum. Die von dem Sturm weggefegten Trümmer könnten demnach eine solche Wucht erreichen, dass sie Gebäude und Fahrzeuge durchdringen.

Der Hurrikan schöpfte auf seinem Weg in Richtung USA neue Kraft und wurde wieder auf die Stärke 4 hochgestuft - eine Stufe unter der Höchstkategorie, die er zwischenzeitlich ebenfalls erreicht hatte. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichte »Matthew« Windgeschwindigkeiten von 210 Stundenkilometern und könnte gegen 02.00 Uhr (MESZ) auf Floridas Küste treffen. Anschließend werde er dann entlang der Küste nach Norden weiterziehen.

Der Flugbetrieb auf dem internationalen Flughafen in Miami wurde am Donnerstag weitgehend eingestellt. Schulen und Universitäten in Florida schlossen für den Rest der Woche, auch der Freizeitpark »Disney World« in Orlando machte bis Freitag dicht. Die Behörden verteilten Sandsäcke, während Bewohner eilig Batterien, Transistorradios, Konserven und Trinkwasser einkauften und ihre Wagen auftankten. An einigen Tankstellen wurde bereits das Benzin knapp.

US-Behördenvertreter zeigten sich unterdessen besorgt darüber, dass nicht genügend Bewohner die Evakuierungsbefehle befolgten. Die Feuerwehr in St. Augustine in Florida warnte auf Facebook mit eindringlichen Worten vor den Gefahren durch den Hurrikan. Wer bleibe, tue dies auf eigenes Risiko und sei auf sich allein gestellt. In Daytona Beach in Florida wurde für die Bewohner, die ihre Stadt nicht verlassen wollten, eine eintägige Ausgangssperre verhängt.

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton und ihr republikanischer Rivale Donald Trump riefen die Bevölkerung auf, die Anweisungen zu befolgen und sich in Sicherheit zu bringen. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln