Werbung

Nachhaltige Verwüstungen

Jürgen Amendt über die langlebigen Folgen des neoliberalen Putsches in Chile

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Als General Augusto Pinochet 1973 putschte, jubelten die Chicago Boys. So nannte sich eine Gruppe von chilenischen Wirtschaftswissenschaftlern, die fast alle an der Universität in Chicago studiert hatten und deren Spiritus rector der US-Ökonom Milton Friedman war. Ihr Credo war der totale freie Markt sowie die staatliche Deregulierung und Privatisierung des öffentlichen Sektors.

Friedmans »Jungs« tobten sich nicht nur in Chile aus, sie hinterließen auch in anderen lateinamerikanischen Ländern eine Spur der Privatisierungsverwüstungen. Kein Sektor der Gesellschaft wurde davon verschont, aber in keinem Sektor sind die Spuren so nachhaltig wie im Bildungswesen. Die Privatisierung von Schulen und Hochschulen hat nicht nur die soziale Spaltung der Gesellschaft verschärft, sie beeinflusst bis heute das Denken und Fühlen der Bürger. Milton Friedman und die ihm nachfolgenden Ökonomen gaben die Maxime aus: »Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht«.

Das Ergebnis ist eine weitgehende Entsolidarisierung der gesellschaftlichen Gruppen und des Einzelnen. Diese nachhaltigen Verwüstungen des Geistes und des Empfindens sind nicht auf die Schnelle durch Regierungs- und Parteiprogramme zu beseitigen. Dazu braucht es Zeit - viel Zeit.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!