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Bäderbetriebe im Abwärtsstrudel

Bei Unternehmen fallen mehr Betriebsstunden aus und es gibt Einnahmeverluste

Der Erfüllungsgrad beträgt nur noch 94 Prozent. Insgesamt 88 366 Stunden Wasserzeit, also alle Öffnungszeiten zusammengerechnet, wollten die Berliner Bäder Betriebe (BBB) im ersten Halbjahr dieses Jahres in ihren Schwimmstandorten zur Verfügung stellen - am Ende waren es nur 83 028 Stunden Wasserzeit, die das landeseigene Unternehmen hinbekam. Also sechs Prozent unter Plan. Hauptursachen für die massiven Ausfälle: zu wenig Personal und vor allem zu Beginn des Sommers auch zunehmend technische Probleme.

Die Angaben gehen aus der Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Gabriele Hiller (LINKE) hervor, die dem Abgeordnetenhaus künftig nicht mehr angehören wird, weil sie ihren Direktwahlkreis knapp nicht mehr gewinnen konnte.

Der Ausfall der Betriebsstunden drückt unterdessen auch auf die Bilanz des klammen landeseigenen Unternehmens. Zwar wich ein Teil der Besucher im Falle einer Schließung auf andere Schwimmbäder aus, das lässt sich aus der Statistikablesen. Dennoch konnten die Bäderbetriebe im ersten Halbjahr 2016 nur 89 Prozent der geplanten Einnahmen erzielen. Verschärft wird die Situation außerdem dadurch, dass die Nutzer teilweise günstigere Preisangebote in Anspruch nehmen. Von einer Finanzierungslücke zum Jahresende will der Sprecher der Bäderbetriebe, Matthias Oloew, dennoch nicht sprechen. »Wir peilen einen ausgeglichenen Jahresabschluss an«, sagte er dem »nd«.

»Es wird eine große Herausforderung für die neue Koalition, den Geschäftsbetrieb der Bäderbetriebe hinzubekommen«, sagt dagegen Gabriele Hiller. Dass das Unternehmen nicht aus dem Abwärtsstrudel kommt, dürfte auch mit den teuren Eintrittspreisen zusammenhängen. »Die Preissituation muss man sich ebenfalls anschauen«, sagt Hiller. Auch die Grünen fordern das seit längerem. Nach »nd«-Informationen war die Sommersaison für die Bäderbetriebe ebenfalls ein Reinfall.

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