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Ryan lässt Trump fallen

US-Republikaner befürchten Wahlschlappe im Kongress

Er sei sicher kein »Heiliger« gewesen und habe sich öffentlich entschuldigen müssen für seine Fehler, so Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger. Aber das Frauenbild von Donald Trump, das sei einfach »nicht akzeptabel«. Und überhaupt: Wählen werde er den Kandidaten seiner Partei am 8. November nicht, sagt der Mann, der für die Republikaner acht Jahre lang den größten US-Bundesstaat Kalifornien regiert hat. Er steht in der »Grand Old Party« damit nicht allein. Die Absetzbewegungen sind in der republikanischen Parteiführung und bei jenen unübersehbar, die um einen Sitz im Repräsentantenhaus oder im Senat kämpfen müssen. Denn in knapp vier Wochen werden auch große Teile des Kongresses neu besetzt.

Wie bei Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain wächst die Sorge, dass sie mit in Trumps Abwärtsstrudel gerissen werden könnten. Nach der Veröffentlichung des sexistischen Skandalvideos stürzte nicht nur der Rechtspopulist in Umfragen auf nur noch 35 Prozent ab; Hillary Clinton kommt auf 46 Prozent. 49 Prozent der Befragten wünschen sich zugleich die Kontrolle der Demokraten über beide Kammern des Parlaments, nur 42 Prozent favorisieren die Republikaner.

So hat Paul Ryan in einer Telefonkonferenz mit Abgeordneten kurz nach dem jüngsten Fernsehduell mit der demokratischen Konkurrentin am Montag (Ortszeit) verkündet, dass er Trump seine bisherige Unterstützung entziehen werde und keinen gemeinsamen Wahlkampf mehr machen wolle. Sein Wort hat Gewicht, ist der 46-Jährige doch als republikanischer Mehrheitssprecher im Repräsentantenhaus zur Zeit der ranghöchste Amtsträger der Partei. Ryan wolle damit verhindern, dass Clinton im Weißen Haus durch einen auch noch von den Demokraten dominierten Kongress einen »Blankoscheck« bekomme, hieß es. Der solle doch lieber mehr Zeit mit einem ausgeglichen Haushalt, Arbeitsplätzen und illegaler Einwanderung verbringen und sie nicht damit verschwenden, den republikanischen Kandidaten zu bekämpfen, konterte Trump auf Twitter. Der Kandidat müsste laut Republikaner-Satzung sterben oder dahinsiechen, damit man ihn ersetzen könnte. Von mangelnder Eignung ist nicht die Rede.

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