Hanna Ongjerth 19.10.2016 / Kommentare

Mord statt Gnadenstoß

Hanna Ongjerth über die abrupte Schließung der ungarischen Zeitung «Népszabadság», für die sie bis vor Kurzem arbeitete

«Jetzt mal unter uns: So viel Sinn ergibt es ja nicht, im 21. Jahrhundert bei einer Printzeitung zu arbeiten.» So konfrontieren mich immer wieder Bekannte oder Fremde - frohgemut, wohlwollend, mitfühlend oder eben spöttisch mit der trockenen Wahrheit. Wie viele andere Kollegen und Kolleginnen in der Branche habe auch ich dann den Drang, mich sogleich zu rechtfertigen und stand überzeugt (jedoch nicht richtig überzeugend) für den Duft der Druckerschwärze und den vermeintlich vornehmeren Print-Schreibstil ein. Das wichtigste Argument, das ich aus einer gewissen Naivität oft außer Acht ließ, bekam die Redaktion der ungarischen Tageszeitung «Népszabadság» am Samstag vor einer Woche von der Orbán-Regierung unmissverständlich unter die Nase gerieben. Und zwar, dass ein Online-Archiv jederzeit abgeschaltet werden kann.

«Népszabadság» habe seit 2007 so viel Verlust gemacht, dass es sich nicht mehr lohnte, sie in dieser Form am Leben zu halten, ...

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