Roberto Becker 20.10.2016 / Kultur

Schutzraum Kinderzimmer

Omer Meir Wellber und Michael Schulz haben sich in der Dresdner Semperoper an einer neuen »Salome« versucht

Die »Salome« von Oscar Wilde ist pure Poesie. Eiskalt funkelnd. Bei Richard Strauss wird die Geschichte der Prinzessin von Judäa als Operneinakter zu einem schwül überhitzten Stück über Begehren, Verweigerung und Blutrausch. Mit diesem genialen Coup startete der Bajuware durch, um dann an der Moderne vorbei seine Musik als eigenständiges Feuerwerk am Opernhimmel zu zünden und funkeln zu lassen - ganz gleich, was derweil zu seinen Füßen mit der Welt geschah.

Nach seiner »Salome« (1905) jedenfalls und der folgenden »Elektra« (1909) hätte Strauss auch zu den Protagonisten der Moderne vordringen können. Er machte aber 1911 auf dem »Rosenkavalier«-Fuß kehrt in sein eigenes Reich des post-spätromantischen Schwelgens. So schummelte sich der zeitweilige Reichsmusikkammerpräsident auch an den Forderungen des Nazireiches vorbei. Und in die Herzen der an der Moderne Ermüdeten. Allein was tut’s, ums mit Salome zu sagen. Die Story aus dem Palast de...

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