Keine Furcht vor neuen Sanktionen

Russische Analysten glauben nicht, dass die EU auf ihrem Gipfel die Politik gegen Russland verschärfen wird

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Neuen westlichen Sanktionen wegen Syrien sieht Russland eher gelassen entgegen. Kalter Krieg sei nur Rhetorik, die Kanäle für Gespräche und Handelsaustausch seien nach wie vor offen, glaubt Europa-Experte Igor Istomin von der Moskauer Diplomatenakademie MGIMO.

Bei ihrem Gipfel diesen Donnerstag und Freitag würden die EU-Staats- und Regierungschefs daher weder den Daumen über Nordstream 2 senken - das Double einer bereits über den Grund der Ostsee verlegten Pipeline, die Westeuropa seit 2011 unter Umgehung von Transitländern mit russischem Gas versorgt -, noch gegen die russische Flugzeugindustrie ein Embargo verhängen. Beides sei für Europa mit erheblichen politischen Risiken verbunden. Sie könnten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Francois Hollande bei den Wahlen 2017 auf die Füße fallen. Bei Wirtschaft und Gesellschaft seien schon die 2014 wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen sehr umstritten gewesen. ...

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