Rettet die Bildungstapete!

Immer mehr Menschen empfinden die private Bibliothek als verzichtbare Angeberei

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Die private Bibliothek verschwindet immer mehr aus dem bildungsbürgerlichen Usus. Das ist schade – und kulturfeindlich. Denn Bücher sind dem Literaturliebhaber nicht schnöder Besitz, sondern sinnliche Habseligkeiten.

Bücherregale können eine Provokation sein. Das gilt umso mehr heute, da das Buch immer weniger als Kulturgut geschätzt und immer häufiger als überflüssiger Luxus betrachtet wird. Erschien das Ansammeln einer gründlich erlesenen und sorgsam gepflegten Privatbibliothek dem Bildungsbürger lange Zeit so alternativlos wie dem Fan des 1. FC Union Berlin die Dauerkarte an der Alten Försterei, mehren sich nun die Anzeichen, dass die Leidenschaft für Literatur unter Akademikern abnimmt.

Nicht, dass weniger gelesen würde. Das Interesse an Büchern lässt überhaupt nicht nach. In allen Altersschichten breitet sich aber eine als Pragmatismus getarnte Kulturfeindlichkeit aus. Vor allem bibliophile junge Erwachsene können den Selbsttest machen: Wie oft geschieht es wohl, dass beim ersten Besuch guter Freunde und entfernter Bekannter in der Wohnung neugierig und minutenlang die Bücherregale abgeschritten werden? Ganz zu schweigen von sich anschlie...

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