Gesellschaft? Sowas gibt es nicht!

There is no such thing as society. Über den eisernen Satz einer hölzernen Lady und das innerste Bekenntnis eines bis heute wirksamen Thatcherimus

  • Von Felix Bartels
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Margaret Thatcher dürfte gewusst haben, was folgt, als sie am 23. September 1987 jenen Satz sprach, der eine Woche später im »Woman›s Own« publiziert wurde. Derart wider das Offensichtliche redet man nicht, außer um der Wirkung willen. Es steht damit nicht anders als mit dem Gebrabbel des greisen Grass oder den aparten Thesen Sarrazins. Gerade Unzureichendes taugt zum innersten Bekenntnis. Der wahre Held fühlt seinen Mut erst dann, wenn er es nicht bloß mit dem Gegner, sondern auch mit der ganzen Wirklichkeit aufnimmt.

»There ist no such thing as society« - »So etwas wie Gesellschaft gibt es nicht«. Was hat Thatcher damit gemeint? Dass es keine Ansprüche ohne Pflichten gebe. Routiniert spielt sie Verlierer am Arbeitsmarkt gegen die noch Ärmeren aus: Wer soziale Leistung fordere, ohne zu arbeiten, nehme den tatsächlich Bedürftigen die Zuwendung. Menschen, sagt sie weiter, erwarten zu oft, dass die Gesellschaft ihnen die Probleme lö...


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