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Kleine Schritte zum Großmeister

Auch Andreas Heimann zählt zu den Hoffnungen des Deutschen Schachbundes

  • Von Carlos García Hernández
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Schacholympiade von Baku bescherte dem Deutschen Schachbund zwei neue Großmeister: Rasmus Svane (19), der aus Dänemark stammt, und Andreas Heimann (24), der in Grenzach-Wyhlen (Baden-Württemberg) zu Hause ist. Über Rasmus Svane hatten wir jüngst bereits berichtet (nd-Spielplatz, 27./28.8.2016). Hier nun einige Beobachtungen zu Andreas Heimann.

Er war ein Frühstarter, dem der Großmeistertitel von Experten schon früher zugetraut worden war als erst mit 24 Jahren. So wurde er bereits bei der U 12 Deutscher Meister und in der U 14 Europameister. Mit der deutschen Nationalmannschaft am 3. Brett spielend gewann er 2011 den renommierten Mitropa-Cup und wechselte im gleichen Jahr zum langjährigen Bundesligaseriensieger OSG Baden-Baden. Auch bei Erstligisten in der Schweiz und Frankreich hat er sich zwischenzeitlich als Gastspieler hervorgetan.

Des öfteren ist sein Stil in der Fachpresse als »praktisch, ökonomisch und universell« charakterisiert worden. Das mag etwas bieder klingen, führte ihn aber auch im Seniorenbereich zum Erfolg. Exemplarisch dafür war im Vorjahr sein Start-Ziel-Sieg beim Lüneburger Schachfestivals. Hier schaffte er seine zweite GM-Norm. Unlängst in Baku reichte es nun endgültig zur Qualifikation für die höchste internationale Ehrung - nach dem weit oben stehenden WM-Titel.

Andreas Heimann kann sicher noch zwei Jahrzehnte auf hohem und höchsten Niveau spielen. Zu wünschen ist ihm, dass ihm auch wieder solche brillanten Siege gelingen wie dem einst 15-Jährigen gegen den damals 38-jährigen bulgarischen Großmeister Milen Vasilew.

Heimann, Andreas (ELO: 2241) - Vasilew, Milen (2473) [B75 - Sizilianisch; Drachen Variante] Neuhausen, 5.6.2007

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 a6 8.Dd2 Sbd7 9.Lh6 Lxh6 10.Dxh6 b5 11.0-0-0 Lb7 12.Kb1 Tc8 13.g4 Dc7 14.Ld3 Db6 15.Sce2 e5 16.Sb3 [Nach 16.g5 Sh5 (16...exd4 17.gxf6 Sxf6 18.Sxd4) 17.Sf5 wäre der Youngster mit Weiß in Vorteil gekommen] 16...a5 17.Sg3 a4 18.Sc1 Ke7 19.Dd2 b4 20.g5 Se8 21.Sce2 Sc5 22.Thf1 b3 23.axb3 axb3 24.Lc4 La6 [Schwierigste Spielphase für Heimann. Der Bulgare macht Druck, verpasst aber 24...bxc2+! 25.Dxc2 Db4] 25.cxb3 Sxb3 26.Lxb3 Dxb3 27.Tf2 Tc6 28.Sc1= Da4 29.Sge2 Lxe2 30.Sxe2 Sc7 31.Sc3 Da7 32.f4! [Nun endlich kommt Weiß zu diesem Zug.] 32...Ta8 33.fxe5 Da1+ 34.Kc2 Da4+ 35.Kd3 [Diagramm I] 35...Da5? [Diese Erwiderung verliert letztlich die Partie! Ein Muss für Vasilew war hier 35...Dc4+ 36.Ke3 Dc5+ 37.Kf3 Dxe5] 36.Df4 Tf8 37.Df6+ Kd7 38.Ke2 Se6 39.Sd5 Da4 40.De7+ Kc8 41.Sc3 Txc3 [Der Großmeister muss Qualität opfern, weil 41...Da6+ 42.Kf3 dxe5 43.Sd5 keine Lösung gewesen wäre] 42.bxc3 Dxe4+ 43.Kd2 Dxe5 44.Te1 Dxg5+ 45.Dxg5 Sxg5 [Im Diagramm II] 46.h4! h6 47.hxg5 hxg5 48.Te7 f5 [Es ist fünf Minuten vor zwölf.] 49.Tg7 Tf6 50.Th2 Tf8 51.Txg6 g4 52.Tg7 d5 53.Tf2 1-0

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