Blaues Blut

  • Von Iris Rapoport , Boston und Berlin
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Blut ist tatsächlich nicht bei allen Lebewesen rot und jene, die sich für blaublütig halten, befinden sich unversehens in Gesellschaft von Tintenfischen, Spinnen und Schnecken. Anders als beim Menschen hat die Evolution bei vielen Wirbellosen nicht Eisen, sondern Kupfer zur Bindung des lebenswichtigen Sauerstoffs erkoren.

Kupfer bildet mit Proteinen einen stabilen Komplex. Das Ergebnis sind faszinierende Moleküle - die Hämocyanine. Ihre blaue Farbe bekommen sie erst, wenn sie Sauerstoff binden. Oft aus Millionen von Atomen aufgebaut, gehören sie zu den größten bekannten Eiweißen. Es sind selbstregulierende Wunderwerke, die frei gelöst im Blut dieser Organismen das Atemgas transportieren.

Menschen besitzen zwar keine Hämocyanine, jedoch andere kupferhaltige Proteine. Auch deren Funktion hat stets mit Sauerstoff zu tun. Vermutlich verdankt das Schwermetall diesem Gas den Einstieg in die biologische Welt. So hilft Kupfer, bei de...


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