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LINKE kritisiert AfD-Posting als sexistischen Angriff

AfD-Landesvorsitzende von Storch kommentiert Körper der Linken-Abgeordneten Anne Helm

  • Von Ellen Wesemüller
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit scharfer Kritik hat der Landesvorstand der Linkspartei auf einen Beitrag der AfD-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch im sozialen Netzwerk Facebook reagiert. Bereits am Montag hatte von Storch ein Bild der LINKEN-Abgeordneten Anne Helm aus dem Jahr 2014 veröffentlicht und deren Körper kommentiert. Helm war damals Teil einer Femen-Demonstration gegen das Gedenken an die Opfer des Bombardements von Dresden und hatte die Botschaft »Thanks Bomber Harris« auf dem entblößten Oberkörper getragen. Von Storch bezeichnete Helms Oberkörper als »Hühnerbrust«, die Abgeordnete sei eine »Schande«. Den Bombenangriff der Alliierten auf Dresden nannte sie hingegen einen »Massenmord«. Mehrere tausend Nutzer kommentierten den Beitrag teils mit Beleidigungen und Androhungen von körperlicher Gewalt.

Antje Schiwatschev, im Landesvorstand der LINKEN verantwortlich für feministische Politik, sagte: »Die sexistische und rassistische Hetzkampagne und die unsäglichen Hasskommentare, mit denen gegen Anne Helm vorgegangen wird, sind unerträglich. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.« Zwar seien schon öfter Politikerinnen angegriffen worden, die sich mit Genderpolitik beschäftigten. Meist seien diese Angriffe jedoch in den Kommentarspalten zu lesen gewesen, nun stamme der Beitrag von einer Politikerin selbst. »Das ist ein neues Ausmaß.« Schiwatschev forderte von Storch auf, den Beitrag von der Seite zu nehmen. »Das kann nicht Teil der politischen Kultur sein.«

Helm selbst sagte dem »nd«, sie habe seit Montag so viele rechte Kommentare erhalten, dass sie ihre sozialen Netzwerk-Kanäle nicht mehr habe nutzen können. Die Angriffe reichten von Verächtlichmachung über Vergewaltigungs- bis hin zu Morddrohungen. Sie habe versucht, das meiste zu löschen. »Irgendwann wollte ich dann aber nicht mehr weiterlesen.« Sie werde sich Hilfe suchen, um gegen die Hasskommentare vorzugehen. Dazu fühle sie sich schon deshalb verpflichtet, weil die LINKE der Hasskriminalität politisch entgegentreten wolle. Gegen von Storch wolle sie juristisch nicht vorgehen: »Das steht für sich selbst.« Zwar sei sie solchen Angriffen bereits in der Vergangenheit ausgesetzt gewesen: »Neu ist, dass das nicht irgendwelche Neonazis sind, sondern dass das parteipolitisch zuzuordnen ist.« Am Freitag hatte Helm die frauenpolitischen Ergebnisse der rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen vorgestellt. »Das hat sicher Öl ins Feuer gegossen.« Für Helm steht nun fest: »Internetmobs sind ein politisches Instrument der AfD.«

Am Donnerstag sagte von Storch: »Wer wie Frau Helm die eigene Nacktheit und den eigenen Körper politisch instrumentalisiert, der muss damit leben, dass dieser auch Teil der kritischen Entgegnung ist.« Auf die Frage, warum sie Vergewaltigungs- und Morddrohungen gegen die Politikerin in den Kommentaren nicht lösche, antwortete sie nicht.

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