Antisemitismus und Nationalismus sind keineswegs vergangen

400 Menschen gedachten in Moabit der Opfer der Reichspogromnacht von 1938

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die blau-weiß gestreifte Flagge mit dem roten Winkel in der Mitte durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen: Am Mittwochabend gedachten 400 Menschen in Moabit der nationalsozialistischen Pogrome gegen jüdische Gotteshäuser und Geschäfte am 9. November 1938. Neben anderen Organisationen hatte die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) dazu aufgerufen.

Die Veranstaltung begann traditionell am Mahnmal in der Levetzowstraße. Die einst hier stehende Synagoge wurde während der Ausschreitungen vor 78 Jahren beschädigt und von den Nazis später als Sammellager missbraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das stark zerstörte Gotteshaus abgerissen.

Im Anschluss an die Gedenkkundgebung setzte sich ein antifaschistischer Demonstrationszug unter dem Motto »Es ist geschehen und kann wieder geschehen« in Bewegung. Die Route orientierte sich an dem Weg, den Berliner Juden d...


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