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Warnung vor gebrochenem Leinsamen

Schwedens Lebensmittelamt: Sind giftiger als angenommen

  • Von Bengt Arvidsson, Stockholm
  • Lesedauer: 2 Min.

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Gebrochene Leinensamen sind im Müsli enthalten oder im Brot. Wegen ihres Fibergehalts und den guten Fettsäuren gelten sie, in Maßen eingenommen, als sehr gesund. Doch Schwedens Lebensmittelamt wendet sich nun im öffentlich-rechtlichen Fernsehen an die Bevölkerung und warnt ausdrücklich vor dem Verzehr gebrochener Leinsamen. »Bis es mehr Informationen gibt, sollte man ganz auf den Verzehr verzichten«, unterstreicht Jan Sjögren, Abteilungsleiter beim Lebensmittelamt. Auch vor der Einnahme nur geringer Mengen warnt das Amt.

Zuvor hatte das Lebensmittelamt eine moderatere Einstellung zu gebrochenen Leinsamen. Sie seien unbedenklich, wenn sie zunächst erwärmt würden, so wie beim Backen von Brot. Nun aber gebe es genügend Hinweise aus Studien, die zeigen, dass die Erwärmung den Giftigkeitsgrad vermutlich nicht genügend mindert. Der Fragezeichen seien noch zu viele. Deshalb der Aufruf an die Bevölkerung. Die Produzenten ruft Sjögren zum freiwilligen Verkaufsverzicht auf, bis es weitere Forschungsergebnisse gibt. Es sei »unklug«, gebrochene Leinsamen weiter zu verkaufen, sagt er.

Beim führenden schwedischen Bio- und Fairtrade-Lebensmittelproduzenten Salta Kvarn gibt man sich trotzig. »Wir finden, dass gebrochener Leinsamen ein gutes Produkt mit guten Eigenschaften ist«, sagt Asa Lindeblad, Qualitätschefin. Man habe vom Lebensmittelamt leider keine Informationen dazu erhalten, mit welchem Warnhinweis Verpackungen von gebrochenen Leinsamen versehen werden sollten, so die Managerin. »Es ist ja schwer auf das Produkt zu schreiben, dass man es nicht essen soll. Dann kann man es auch einstellen«, erklärt sie.

Jan Sjögren vom Lebensmittelamt schüttelt den Kopf. »Die müssen nur unsere Homepage lesen. Verkauft die Dinger überhaupt nicht mehr, würde ich sagen«, so der Lebensmittelwächter zu den Ausweichmanövern der Branche.

Bei dem Gift in Leinsamen handelt es sich um Blausäure. Die kann ernste Symptome auslösen. Das Lebensmittelamt betont aber, dass ganze Leinsamen weiterhin nicht bedenklich seien, wenn maximal zwei Esslöffel täglich eingenommen werden. Die passieren den menschlichen Körper zumeist unbeschadet und sondern deshalb kaum Blausäure ab. Auch der Blausäuregehalt in Leinsamenöl sei »wahrscheinlich niedrig«, so dass das Amt den Verzehr weiterhin für unbedenklich hält. Denn Blausäure sei wasser- aber nicht fettlöslich.

»Wir wissen einfach noch zu wenig über die Giftigkeit von gebrochenen Leinsamen. Deshalb ist es besser, vorläufig auf ganze Leinsamen auszuweichen«, sagt Ulla Beckman Sundh, Toxikologin beim schwedischen Lebensmittelamt.

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