Werbung

Risiken für Agrarbranche untersucht

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Zwölf Freihandelsabkommen verhandelt die EU-Kommission derzeit. Welche Auswirkungen diese auf die Agrarbranche haben werden, hat die EU-Kommission im Auftrag der Mitgliedstaaten in einer Studie analysieren lassen, die sie am Dienstag beim Treffen der EU-Agrarminister in Brüssel vorgestellt hat.

Untersucht wurden die bereits ausgehandelten Handelsverträge mit Kanada (CETA) und Vietnam sowie Abkommen, die noch in unterschiedlichen Verhandlungsstadien stehen wie mit den USA, den Mercosur-Staaten, Japan, Thailand, Indonesien, Philippinen, Australien und Neuseeland. Einbezogen wurde auch ein möglicher Einfluss des Transpazifischen Freihandelsabkommens TPP, das die USA mit zahlreichen Staaten verhandelt hat. Sollte die EU keine eigenen Freihandelsabkommen abschließen, sei das Wachstum gefährdet, stellt die Studie heraus. Allerdings steht die Zukunft von TPP seit der Wahl des US-Präsidenten Donald Trump sowieso in den Sternen. Nicht berücksichtigt wurden in der Untersuchung die sogenannten SPS-Beschränkungen wie Gentechnik. Nachteile werden hier nicht befürchtet, da »die EU in ihren Handelsabkommen niemals Kompromisse in Bezug auf ihre hohen Verbraucherschutzstandards eingegangen« sei.

Im Ergebnis zeigt die Studie aus Brüssel: Europas Landwirte könnten durch die Vereinbarungen unter Druck geraten. Vor allem für Rindfleischproduzenten bestehen demnach Risiken durch zunehmende Importe und dadurch fallende Preise. Dabei stehen die Rindfleischproduzenten nicht nur durch steigende Importe unter Druck: Auch innerhalb Europas könnten die Preise fallen, da gleichzeitig erwartet wird, dass der Milchsektor weiter wächst - die Rindfleischproduktion ist eng verknüpft mit dem Milchmarkt.

Letzterer soll dagegen laut Studie von den Handelsverträgen profitieren. Steigen sollen die Exporte von Milchpulver und Käse vor allem in die USA, nach Japan, Kanada und Lateinamerika. Gleichzeitig wird ein Anstieg der Importe aus Neuseeland und den USA erwartet. Mit Neuseeland, das bereits jetzt größter Exporteur für Butter in die EU ist, verhandelt die Staatengemeinschaft seit 2015 über ein Freihandelsabkommen.

Steigen sollen auch die Exporte von Schweinefleisch aus der EU, besonders Japan wird als Wachstumsmarkt ausgemacht. Für beide Branchen, die zuletzt stark mit Überangeboten und Niedrigpreisen zu kämpfen hatten, bestehen demnach »offenbar bedeutende Ausfuhrmöglichkeiten«, heißt es in der Studie.

Nach Ansicht der EU-Kommission spielen Handel und Export für die europäische Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle. Im September erreichten Agarexporte aus der EU mit knapp 11,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Insgesamt beliefen sich die Agrarexporte im vergangenen Jahr auf rund 130 Milliarden Euro. Der Wert der Importe lag bei 112 Milliarden Euro.

Insgesamt ergibt sich laut Kommissions-Vizepräsident Jyrki Katainen ein »positives Gesamtbild«. Allerdings müsse in den Verhandlungen darauf geachtet werden, die Agrarbranche besonders zu schützen. Die Umweltorganisation Friends of the Earth forderte dagegen nach der Vorstellung der Studie, die Landwirtschaft auszuklammern, um regionale, nachhaltig arbeitende Produzenten zu stärken. Die Studie belege, dass ganze EU-Agrarsektoren durch die Verträge bedroht seien.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen