V-Mann Piatto kein Betriebsunfall

Experten rügen den Umgang des Verfassungsschutzes mit dem Spitzel Carsten Szczepanski

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Neonazi Carsten Szczepanski hatte Kontakte zu den gefährlichsten britischen Neonazis und auch Beziehungen zu Rechtsextremisten in den USA. »Er hatte überall seine Finger mit drin. Er hat die Idee des Rassenkrieges mit nach Deutschland getragen«, sagte am Freitag Dirk Laabs als Sachverständiger im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. 1991 sei die Kriminalpolizei auf Szczepanski aufmerksam geworden. Seine Wohnung sei durchsucht worden, wobei eine Werkstatt zum Basteln von Bomben entdeckt wurde. »Szczepanski sagte umfassend aus und durfte gehen«, erklärte Laabs.

Irgendwann, angeblich 1994, warb der brandenburgische Verfassungsschutz diesen Neonazi als V-Mann mit dem Decknamen »Piatto« an. Doch schon vorher sei Szczepanski immer dort aufgetaucht, wo es aus Geheimdienstsicht gerade spannend wurde, sagte Laabs. »War das Zufall?« Szczepanski soll sich freiwillig als Spitzel angeboten haben, als er im Gefängnis saß - weil er dabei...

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