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AfD will keine Petry-Show

Vorstand beschließt Team aus Spitzenkandidaten

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Vorstand der »Alternative für Deutschland« (AfD) hat bei einem Treffen des Vorstands am Freitagabend beschlossen, mit einem Team aus Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl anzutreten. Frauke Petrys Pläne, als Führungsfigur der Rechtspopulisten in den Wahlkampf zu ziehen, sind damit gescheitert. Der Streit, wer die AfD in die Bundestagswahl 2017 führen soll, brodelt schon länger in der AfD. Nach dem Stuttgarter Parteitag Ende April und im Zuge des Streits um den baden-württembergischen Abgeordneten Wolfgang Gedeon war es zu einer halb-öffentlichen Schlammschlacht in der Partei gekommen. Schon im Frühsommer ging es auch darum, wie sich die AfD für die Bundestagswahlen aufstellen soll. Frauke Petry und Jörg Meuthen, die beiden Vorsitzenden der Partei, warfen sich gegenseitig mangelnde Führungskompetenz und schlechten Stil vor. Mitte August einigte sich die AfD-Spitze bei einem Parteikonvent, keinen Sonderparteitag zu veranstalten um eine neue Parteispitze zu wählen. Zwischen Petry und Meuthen herrscht seitdem Burgfrieden.

Die neuerliche Debatte um einen Spitzenkandidaten für die Partei sorgt nun nicht für öffentlichen Streit. Jörg Meuthen hatte schon vor einigen Tagen verkündet, sich auf die Arbeit im Stuttgarter Landtag zu konzentrieren. Ein Zweikampf zwischen Petry und Meuthen um die Spitzenkandidatur war also ausgeschlossen. Da Frauke Petry in der Partei aber nicht unumstritten ist, griff der Bundesvorstand am Freitag eine Idee auf, die der niedersächsische AfD-Chef und ehemalige ARD Journalist Armin-Paul Hampel schon im Frühjahr äußerte. Die AfD solle doch mit einem Spitzenteam zur Bundestagswahl antreten. Man habe so viele gute Leute. Auch Alexander Gauland sprach sich für diese Lösung aus, da ein Spitzenkandidat nur Sinn ergebe, wenn man die Kanzlerschaft anstrebe. Gauland scheint realistisch genug, um einschätzen zu können, dass dies 2017 nicht der Fall sein wird.

Mit dem Spitzenteam will die AfD Berichten zufolge die »unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen und Schichten in der AfD« repräsentieren. Denn die AfD sei eine wachsende Volkspartei. Diese unterschiedliche Repräsentanz dürfte vor allem dem rechten Flügel in der Partei dienen. André Poggenburg, der die AfD in Sachsen-Anhalt führt, sprach sich dafür aus, dass auch Alexander Gauland und Björn Höcke dem Spitzenteam angehören sollen. Höcke äußerte sich am Wochenende zu einem anderen Thema: Die AfD Saarland, die enge Kontakte zur NPD pflegt, solle man - nachdem das Parteischiedsgericht einen Ausschluss ablehnte - beim anstehenden Wahlkampf unterstützen. Es gehe derzeit um »Wohl und Wehe unseres bedrohten Vaterlandes«, da könne man keine Zeit auf Auseinandersetzungen in der Partei verschwenden.

Wer dem Spitzenteam am Ende angehören soll, will die AfD bei ihrem Parteitag im kommenden April in Köln beschließen. Die Wahl des Datums - wenige Wochen vor den NRW-Wahlen - ist dabei ein kluger Schachzug der Rechtspopulisten. In Nordrhein-Westfalen ist die AfD nicht unbedingt gut aufgestellt. Mit dem Parteitag in Köln und den zu erwartenden Protesten wird die AfD Aufmerksamkeit bekommen und so bessere Chancen haben, in den Landtag einzuziehen. Ein gutes Ergebnis in NRW würde sich wiederum positiv auf die Bundestagswahlen auswirken.

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