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Wohnst du noch oder kaufst du schon?

Rainer Balcerowiak ärgert sich über zynische Lösungsvorschläge in der Mietkrise

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 1 Min.

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Was das »Verbändebündnis Wohneigentum« am Montag in Berlin verkündete, klang eher nach »Titanic« oder »Postillon«. Hartz-IV-Bezug, Altersarmut, Verdrängung durch explodierende Mieten - demnach alles kein Problem, wenn man sich eine Eigentumswohnung kauft. Und vor allem ganz einfach: Hier ein paar Zuschüsse, da ein wenig Kreditförderung, dann noch eine Prise Steuerentlastung und fertig ist das deutsche Wohnungswunder.

Doch was die Spitzenverbände der privaten Immobilienwirtschaft als Forderungskatalog präsentieren, ist leider keineswegs satirisch gemeint. Der Vorstoß zeigt, dass selbst die äußerst bescheidenen Schritte der Bundes- und einiger Landesregierungen in Richtung sozialer Wohnraumversorgung in der Branche für erhebliche Aufregung sorgen. Schließlich sind Neubau und Vermarktung von Eigentumsimmobilien bzw. die Umwandlung von Mietwohnungen ein Riesengeschäft, mit Renditen, die sich im Mietwohnungsbau nicht erzielen lassen. Es ist eine offene Kampfansage an die Parteien und Verbände, die sich für ein Umsteuern in der Wohnungspolitik einsetzen. Und es ist eine Verhöhnung all jener, die schon jetzt kaum Chancen haben, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Das eigentlich Beunruhigende ist allerdings, dass derartige wohnungspolitische Geisterfahrten nicht nur in der AfD und der FDP, sondern auch in Teilen der CDU/CSU eine große Anhängerschaft finden könnten.

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