Ein dritter Weg bei der DDR-Erinnerung

Sachsen: Eine Ausstellung in Görlitz lässt Ostdeutsche zu Wort kommen - und will damit auch Frust bekämpfen

  • Von Hendrik Lasch, Görlitz
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Schlangen hatten in der DDR eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Als sie im August 1988 vor einer Drogerie auf eine »sozialistische Wartegemeinschaft« stieß, habe sie sich eingereiht, berichtet eine Görlitzerin in der Ausstellung »Erfahrung DDR« im Kulturhistorischen Museum der Stadt an der Neiße. Sie erwarb einen Karton, behielt gerade genug Geld für einen Fahrschein übrig und entdeckte erst im Bus, was sie eben gekauft hatte: eine erzgebirgische Pyramide.

Es ist eine Geschichte, die 28 Jahre später nahezu unglaublich klingt - und die gerade deshalb erzählt werden muss, sagt Jasper von Richthofen. Er ist Chef des Museums und CoKurator der Schau, die er als »Experiment« bezeichnet und die es in dieser Form wohl noch nicht gab: ein Blick auf die DDR mit den Augen derer, die sie erlebt haben, und erzählt anhand von Objekten, die diese Menschen selbst aufbewahrt haben.

Über Monate fuhren die Ausstellungsmacher mit einem roten »Barkas«-Kl...


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