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Unter einem Postkartenhimmel

Dana Grigorcea über Victoria, die im Cabrio durch Bukarest rast und zu Fuß Vergangenes erkundet

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Dieser perfekte, kleine, so ernste wie satirische Roman der in Zürich lebenden, in Bukarest geborenen Dana Grigorcea hat in seiner geschickten Erzählweise etwas von den Arbeiten Gerhard Richters, die reale fotografische Bilder verschieben, um dahinter eine zweite, surreale Ebene erscheinen zu lassen. Dass eine solche Behauptung nicht ganz falsch sein kann, belegt schon eine dem Roman vorangestellte Szene aus vergangenen Bukarester Zeiten. Victoria, die mit einigen Attributen der Autorin ausgestattete Protagonistin, betrachtet eine alte, im Bukarester Studio Diamandi aufgenommene Fotografie: Ihre hübsche, »mondäne« Großmutter Mémé lässt sich als erste Bukaresterin im kurzen Rock ablichten, während der Großvater, samt Stock und Gangster-Hut, etwas ungeduldig »in die Unschärfe der Zeit hinaustritt«.

Aus der »Unschärfe« alter Bilder und vergangener Zeit entsteht absurde Wirklichkeit - auch in der Gegenwart. Das ist gekonnt arrangiert....


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