Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Zauberhafte Abzocke

Cum-Ex-Deals: Bankenlobbyist schrieb an lückenhaftem Gesetz mit

Berlin. Früher träumten die Alchimisten davon, aus billigen Substanzen Gold herstellen zu können. Besonders erfolgreich waren sie damit bekanntlich nicht. Im Gegensatz zu ihren modernen Nachkommen, den Finanzjongleuren. Diesen gelang die wundersame Geldvermehrung mit einem ganz besonderen Zaubertrick. Sie vermehrten einfach die Rückerstattungsbescheinigungen für die Kapitalertragssteuer auf Dividendenzahlungen. Doch mit schwarzer Magie hat dies nichts zu tun, stattdessen mit einer Gesetzeslücke, gegen die das zuständige Bundesfinanzministerium lange Zeit nichts getan hat.

2012 erst wurden diese Cum-Ex-Deals unmöglich gemacht. Zwölf Milliarden Euro schwer ist der Schaden, der entstanden war. Warum dies geschehen konnte, soll seit Anfang des Jahres ein Untersuchungsausschuss des Bundestages herausbekommen. An diesem Donnerstag soll der Unternehmer Carsten Maschmeyer dort aussagen. Der Mann von Schauspielerin Veronika Ferres war über die Schweizer Bank Safra Sarasin in solche Geschäfte verwickelt. Maschmeyer will aber von der wundersamen Art der Geldvermehrung nichts gewusst haben. Die Bank habe »Geld zweckentfremdet und vertragswidrig wohl in einen Cum-Ex-Fonds investiert«, erklärte er im Magazin »Focus«.

Auf ganz so wundersame Weise blieb die Lücke für Banken und Vermögende im Steuerrecht nicht offen. Die jahrelang angespannte Personallage in der Steuerabteilung des Bundesfinanzministeriums führte dazu, dass man sich 2004 freute, mit Arnold Ramackers eine »absolute Spitzenkraft« im Investmentsteuerrecht gefunden zu haben. Nur zu dumm, dass der ehemalige Richter auch auf dem Gehaltszettel des Bundesverbands Deutscher Banken stand. Einen über 80 000 Euro dotierten Beratervertrag soll er gehabt haben. spo Seite 3

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln