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Sich wehren ist weiblich

Frauen demonstrieren gegen Gewalt an Frauen und fordern mehr Schutzräume

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Berlin. »Lauf, Tayyip, die Frauen kommen«, skandierten in diesem Jahr Zehntausende auf den Straßen Istanbuls. Sie protestieren gegen die stark steigende Gewalt gegen Frauen in der Türkei. Dort werden immer mehr Frauen von ihren Ehemännern oder anderen Familienmitgliedern ermordet, Hunderte im Jahr. Jedes Opfer ist zuviel, riefen Hunderttausende Frauen im Oktober auch in Argentinien, nachdem eine 16-Jährige an den Folgen einer Vergewaltigung gestorben war. Hunderte Femizide (Frauentötungen), Tausende Vergewaltigungen werden in dem lateinamerikanischen Land jährlich bei der Polizei angezeigt.

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Nach UN-Angaben wurden 35 Prozent aller Frauen weltweit schon einmal vergewaltigt, geschlagen oder sexuell genötigt. Anlässlich des »Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen« wollen auch an diesem Wochenende Zehntausende in Lateinamerika gegen dieses Ausmaß von Gewalt gegen Frauen auf die Straße gehen.

Auch in Deutschland erlebt Studien zufolge jede dritte Frau körperliche oder sexualisierte Gewalt. Wie groß die Dunkelziffer ist, bleibt unklar. »Die Datenlage ist unbefriedigend, es müsste dringend mehr Forschung geben«, beschwert sich Katja Grieger, Sprecherin des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Terre des Femmes kritisiert die mangelnde Finanzierung von Frauenhäusern. Tausende Frauen müssten jährlich abgewiesen werden, weil es nicht genug Plätze gebe.

1981 wurde der Aktionstag gegen Gewalt erstmals von Feministinnen in Lateinamerika ausgerufen. Sie gedachten damit dreier Schwestern, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik verschleppt, vergewaltigt und ermordet worden waren. Die Vereinten Nationen erkannten den Tag gegen Gewalt an Frauen 1999 an. ek

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