Klaus Bellin 29.11.2016 / Kultur

Wenn man unter Schmerzen schreibt

Ein editorisches Ereignis: Marcel Prousts Briefe in einer zweibändigen Ausgabe

Zuletzt nahmen die Kräfte rapide ab. »Cher ami«, schrieb Marcel Proust im März 1921 an Francois Mauriac, »nicht wahr, Sie haben erraten, dass ich seit Ihrem Besuch schwer krank war.« Wochen danach, am 1. Mai, machte der Brief, den er schreiben wollte und den er schon im ersten Satz »ein wahres Martyrium« nannte, eine Spritze erforderlich, die dann aber auch nicht half. »Erschöpfung«, gestand er bald, »zwingt mich aufzuhören.« Er musste kapitulieren. Hunderte Briefe, klagte er, lägen inzwischen ungeöffnet auf dem Tisch. Die letzten Mühen galten seinem Roman, der »Recherche«, dem großen, am Ende siebenbändigen Epos »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«. Vollständig gedruckt hat er es nie gesehen. Er starb, einundfünfzig Jahre alt, im November 1922. Da waren die letzten Teile des Romanwerks noch nicht erschienen.

Proust, asthmakrank, von schweren Anfällen, Husten, Augenschmerzen und Schlaflosigkeit gepeinigt, dazu oft von Erkältungen u...

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