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Sein Vorbild ist Thatcher

Personalie: François Fillon geht für die Konservativen ins Rennen um die französische Präsidentschaft

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: 2 Min.

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Er hat eine für einen Spitzenpolitiker ungewöhnliche und nicht immer vorteilhafte Eigenschaft: François Fillon scheut sich nicht vor unbequemen Aussagen. Als er 2007 sein Amt als Regierungschef unter Präsident Sarkozy antrat, erklärte Fillon: »Ich bin Premierminister eines Landes, das eigentlich längst bankrott ist.« Das bezog sich auf die astronomische Staatsverschuldung. Den Rüffel von Sarkozy hat er weggesteckt wie viele spätere Erniedrigungen seines Chefs. Dieser bezeichnete ihn mehr als einmal herablassend als seinen »Mitarbeiter«.

Fillons nüchterne und asketische Art und die Tatsache, dass sein Name noch nie auch nur andeutungsweise im Zusammenhang mit einem der zahlreichen Politskandale gefallen ist, hebt ihn ab von der Masse seiner Politikerkollegen und nimmt viele Franzosen für ihn ein. Sein Rednertalent und sein beherrschtes Auftreten in den Fernsehdebatten zur Vorwahl der Rechten hat viel zu seinem rasanten Aufstieg beigetragen.

Der 1954 geborene Fillon studierte an einer katholischen Privatschule Jura und stieg 1974 in die Lokalpolitik ein. 1983 wurde er in seiner Heimatregion Bürgermeister. Ab 1981 war er Abgeordneter der Nationalversammlung, von 1993-97 Hochschul- und 2002-05 Arbeitsminister.

Innerhalb der Rechtspartei schloss sich Fillon dem Maastricht-Gegner und »sozialen Gaullisten« Philippe Séguin an. Doch aus dessen Überzeugung von der moralischen Verpflichtung der Rechten zur Verteidigung der sozial schwächeren Menschen wurde bei Fillon etwas anderes: Populismus an die Adresse der rechten Franzosen. Noch stärker ausgeprägt ist bei ihm das Bekenntnis zum katholischen Glauben. Er persönlich lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab und steht der Homoehe und dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare skeptisch gegenüber. Fillon hat aufgrund seiner englischen Frau ein Faible für England. Seinen Landsleuten verspricht er in der Wirtschafts- und Sozialpolitik »Blut und Tränen«. Kein Wunder: Sein Vorbild ist Margaret Thatcher.

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