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Türkische Luftwaffe tötet deutschen YPG-Freiwilligen

Anton L. ist vierter gefallener Deutscher in Rojava / Erstmals sterben ausländische Kämpfer nicht im Kampf gegen IS

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.

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Bei einem Luftangriff der türkischen Luftwaffe ist ein deutscher Freiwilliger der kurdischen YPG-Miliz gestorben. Gemeinsam mit einem US-amerikanischen Kämpfer sei er westlich der Stadt Manbidsch ums Leben bekommen, berichtete die kurdische Nachrichtenagentur Firatnews. Sie beruft sich auf Informationen des arabischen, aber mit den kurdischen Kräften alliierten Militärrats von Manbidsch. Der tödliche Angriff habe sich demnach am 24. November ereignet.

Bei dem Deutschen soll es sich nach Angaben des Militärrats um Anton L. handeln, sein Kampfname lautete »Zana Ciwan«. Er stammte aus Bielefeld und war seit September im Gebiet um Manbidsch im Einsatz. »Die Menschen, die hier leben, akzeptieren keine Grausamkeit, Sklaverei oder Terror. Ich werde diese demokratische Revolution bis zum Ende verteidigen«, soll er gesagt haben. Der US-Amerikaner hieß Michael I., genannt »Robin Agiri«, und stammte aus Kalifornien. Im Juli hatte er sich den Milizen in Rojava angeschlossen.

Laut des lokalen Militärrats gehörten die beiden Internationalisten zur ersten Gruppe von Freiwilligen, die Manbidsch gegen die türkische Armee und die mit ihr verbündeten FSA-Gruppen verteidigt haben. Mitte August konnten die kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) den Ort nach erbitterten Straßenkämpfen vom Islamischen Staat befreien. Die YPG ist größter und stärkster Teil des SDF-Bündnisses. Bei den Auseinandersetzungen waren 264 Kämpfer auf Seiten der Befreier gestorben, darunter sollen sich mindestens sechs Internationalisten befunden haben. Die türkische Armee und die mit ihr verbündeten Truppen haben seitdem immer wieder Angriffe auf die Gegend um Manbidsch gestartet und beanspruchen die Stadt für sich.

Aus Deutschland haben sich mehrere Personen den kurdischen Einheiten angeschlossen. Wie viele es genau sind, ist nicht bekannt. Der 21-jährige Kevin J. aus Karlsruhe, der 55-jährige Günter H. aus Göppingen und die 19-jährige Ivana H. aus Duisburg waren bisher im Kampf gegen den Islamischen Staat gefallen. Dies ist nun der erste bekannte Fall, indem ausländische Freiwillige von türkischen Kräften getötet wurden.

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